Last Winter – The Heart And The Broken Compass

| 23. Juli 2011 | 0 Comments

Last Winter

Last Winter sind zurück. Nach einer Auszeit von vier Jahren veröffentlichen die Alternative-Rocker aus Florida endlich ihr zweites Album über Lifeforce Records. Mit neuem Mann hinterm Mikro setzt man an der Stelle fort, wo man mit dem letzten Release „Under The Silver Of Machines“ aufgehört hat. Eingäniger Alternative Rock, geprägt von melodischen Power Pop-Hooks liefert auf „The Heart And The Broken Compass“ den passenden Soundtrack zum Sommer.

Die Einflüsse reichen von New Wave und Glam Rock der 80er, über 90er-Alternative bis hin zu zeitgemäßen Pop Punk-Klängen. Experimente und Überraschungsmomente gibt es zwar kaum unter den zehn Songs, aber die Jungs scheinen auch gar nicht ihr Genre neu erfinden zu wollen. Hier werden gekonnt die jeweiligen Einflüsse zu einem homogenen Ganzen zusammengefügt ohne jemanden auf den Schlips zu treten. Der Opener „Copper Bones“ gibt bereits einen guten Eindruck, wohin die Reise gehen soll: In die Welt von melodischen Harmonien, catchy Hooks und Singalong-Refrains.

Der Fünfer hat ein gutes Händchen für starke Melodien, wie zum Beispiel das teils fast schon sphärisch anmutende „Where We’re Going We Don’t Need Roads“ beweist. „Neptune“ ist ein lupenreiner Radio-Rocker und sollte Teenager-Herzen vor Freude hüpfen lassen. Auf lyrischer Ebene setzt sich Sänger Ian Dempsey thematisch großteils mit zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander. Tiefschürfende Ergüsse sollte man sich aber nicht erwarten. Zwar bewegt man sich nicht mehr so oft auf grenzwertig kitschigen Pfaden wie noch auf dem Vorgänger, aber hin und wieder stecken die Jungs dann doch mal eine oder mehrere Zehen in den Schmalztopf („More Than You Know“).

Zum Glück gibt es mit dem an Papa Roach erinnernden Rocker „Yellowbelly“ und „The Architects“ ein paar aggressivere Nummern, bei der sich Sänger Ian Dempsey auch mal über ein paar derbe Screams drüber traut. Die Herren haben Talent Songs mit Hitfaktor zu schreiben. Dennoch tut sich in der zweiten Hälfte des Albums hie und da ein kleines Déjà-Vu-Gefühl auf. Einige Song-Arrangements und Gesangslinien sind sich dann doch verdächtig ähnlich („The Northern Lights“, „Hide Your Eyes“). Hier wäre etwas mehr Kreativität und Eigenständigkeit wünschenswert gewesen.

Last Winter holen mit „The Heart And The Broken Compass“ vielleicht nicht zum Rundumschlag aus, bieten aber genau das was man sich erwartet: eingängigen, sommertauglichen Alternative Rock, der einfach nur Spaß machen soll. Freunde von Anberlin, Quietdrive und Angels And Airwaves können bedenkenlos einen Lauschangriff starten. Rockt und poppt, die Platte!

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 22.07.2011
Erhältlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/lastwinterband
Myspace: www.myspace.com/lastwinter

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Category: Magazin, Reviews

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