Cold – Superfiction

| 22. Juli 2011 | 0 Comments

Cold

Sage und schreibe sechs Jahre ist es bereits her, dass die US-Alternative Rock-Helden Cold ihr letztes Album „A Different Kind Of Pain“ veröffentlicht haben. Der Erfolg ist damals leider ausgeblieben und somit haben die Mannen um Scooter Ward keine andere Lösung gesehen, als die Band auf Eis zu legen. Ward hat sich in weiterer Folge seinem Projekt The Killer And The Star gewidmet, welches ein Spur düsterer und experimenteller als Cold ausgefallen ist. Aber nun meldet sich der Fünfer aus Florida mit dem neuen Album „Superfiction“ zurück.

Vor allem Langzeit-Fans der Truppe wird es freuen zu hören, dass sich der zwischen luftigem Alternative Rock und bedrückendem Post-Grunge angesiedelte Sound über die Jahre nur minimal verändert hat. Die Grundstimmung des Albums ist gewohnt nachdenklich und geht unter die Haut. Die kitschigen Anwandlungen, welche auf dem letzten Output das Hauptmanko bildeten, wurden zwar nicht ganz, aber doch merklich zurückgeschraubt. Auch wenn Tempo nicht an oberste Stelle steht, so wartet der Großteil der insgesamt zwölf Songs mit dem Trademark-Sound auf, welcher „13 Ways To Bleed On Stage“ und „Year Of The Spider“ so reizvoll gemacht hat.

Der Opener und zugleich erste Single „Wicked World“ ist wohl der schnellste Song auf dem Album und bleibt durch seinen eingängigen Chorus auf Anhieb in den Gehörgängen hängen. „What Happens Now“ überzeugt mit einem knackigen Drum-Beat und dezenten Gitarren-Leads. Beim Chorus trifft Ward einmal mehr ins Schwarze. Nicht anders ist es bei „American Dream“. Durch den großartigen Drive und eine fantastischen Hookline hat man hier eine zweite potentielle Single am Start, welche sich im Radio sehr gut zwischen 30 Seconds To Mars und Sick Puppies machen würde. Bei „Welcome 2 My World“ kommen auf Grund des ähnliches Arrangements Erinnerungen an den Hit „Stupid Girl“ hoch. Die Halb-Ballade „Emily“ trumpft mit einem düsteren Chorus eines fast schon wütend wirkenden Scooter Wards.

In der zweiten Hälfte tun sich durch das kaum variierende Tempo ein paar Längen auf. Songs wie „The Crossroads“ und „Delivering The Saint“ sind zwar nett, kratzen aber schon etwas an der Pforte der Belanglosigkeit. „So Long June“ und „The Flight Of The Superstar“ klingen wie Überbleibsel aus Wards The Killer And The Star-Zeiten. Hier handelt es sich um zweifelsohne gute Songs. Auf die Dauer wirkt eben alles nur eine Spur zu harmlos und der Wunsch nach etwas mehr Geschwindigkeit will einem bis zum Schluss nicht so ganz loslassen.

Cold-Fans kommen bei „Superfiction“ absolut auf ihre Kosten. Emotionale Lyrics wurden in ein be- aber nicht erdrückendes Soundgewand gehüllt. Die Platte könnte zwar etwas Abwechslung vertragen und wird gegen Ende etwas langatmig. Dennoch bietet der Fünfer hier qualitativ hochwertige Kost und kann es mit Bands wie Seether, Breaking Benjamin und 3 Doors Down auch anno 2011 immer noch aufnehmen. Welcome back, Cold!

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 22.07.2011
Erhältlich über: Eleven Seven Music (EMI Music)

Homepage: www.coldarmy.com
Facebook: www.facebook.com/coldofficial

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Category: Magazin, Reviews

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