Steak – Steak

(c) Sylvain Golvet
Schwitzende Gitarren, zentnerschwere Riffs und süffige Heavyness begleiten seit jeher den Sound von Steak. Das englische Quintett hat ein hörbares Faible für Stoner- und Desert-Klänge, tourte zuletzt unter anderem mit Elder, Slomosa und All Them Witches. Viereinhalb sehr lange Jahre nach „Acute Mania“ gibt es endlich wieder neue Musik: Das schlicht und ergreifend „Steak“ betitelte Album wurde erstmals gemeinsam zu fünft geschrieben und erscheint bei Stickman Records und Ripple Music – noch härter, noch verplanter, noch ambitionierter.
Mit „Luxury Junk“ kristallisiert sich früh ein echtes Highlight heraus. Dabei beginnt der Track ruhig, unscheinbar, fast eine Spur zu brav. Nur langsam tauchen die Vocals aus einem Mix aus furztrockenen Gitarren und psychedelisch angehauchter Stimmung auf, bevor das Gebräu langsam, aber sicher eine hochspannende Eigendynamik annimmt. Eine kleine Zäsur mittendrin führt auf die falsche Fährte, denn direkt danach explodieren Steak mit einer wütenden Uptempo-Schlacht und klingen dabei unerwartet metallisch. Ähnlich heavy gibt sich „Knucklehead“, das zwar nur gut ein Drittel der Spielzeit mitbringt, mit seinem stellenweise an Torche angelehnten Stoner-Punk aber vollends abräumt.
Natürlich geht es auch wesentlich ruhiger und tiefenentspannter. „2 x 2“ traumwandelt durch unwirkliche Klanglandschaften und hat erst etwas von einer Transistor-Party. Natürlich wird das Ding mit der Zeit mächtiger und intensiver, steigert sich mit ordentlich Nachdruck und lässt vor allem die Rhythmusabteilung Überstunden machen, doch bleibt die Handbremse leicht angezogen – eine willkommene Facette. Auch „Cometh“ lässt sich nicht aus der Reserve locken, punktet dafür mit purer Wucht und einer Unmenge an Gesangsharmonien. In Kombination mit donnernden Riffwänden macht das richtig viel Laune. Und dann ist da noch der ellenlange, drückende Rausschmeißer „Short Arms“, der sich mehr denn je in doomige Gefilde wagt und doch Steak in Reinkultur serviert.
Das UK-Quintett klatscht einfach mal mehr von allem auf Platte und macht damit alles richtig. Klar, die Doom-Klänge traten bislang nie so prominent auf, auch hinsichtlich Psychedelia wurde ordentlich investiert und ausgebaut, von der noch präsenteren Härte ganz zu schweigen. Diese Summe der einzelnen Teile macht richtig viel Laune, denn das selbstbetitelte neue Album ist in seinem Kern weiterhin Steak durch und durch, setzt auf Stoner-Riffs und Desert Rock, bloß in etwas anderer Zusammensetzung. Wüstes Entertainment mit der feinen Klinge – eine von vorne bis hinten richtig gute, clevere und drückende Platte absoluter Vollprofis.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 09.10.2026
Erhältlich über: Stickman Records / Ripple Music (Indigo)
Website: steakband.com
Facebook: www.facebook.com/SteakBandLondon


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