Aktiv Dödshjelp – The Nasty Piece

| 26. September 2026 | 0 Comments
Aktiv Dödshjelp

(c) Jonas Selim

Da ist es wieder, das sprichwörtliche Album nach dem Album. Dieses Mal sind die Norweger Aktiv Dödshjelp an der Reihe, die zwar seit mittlerweile 19 Jahren vor allem durch den hohen Norden touren, aber erst vor knapp zweieinhalb Jahren ihr erstes Album „Send Dudes“ veröffentlichten. Wenig überraschend ging der schräge, konsequent übertriebene Mix aus Punk, Hardcore und Rock direkt durch die Decke, warf mehrere Rock-Radio-Hits in der Heimat ab, wurde dort als ‚Rockalbum des Jahres‘ nominiert und führte das Quintett auf mehrere Festivals. Von einem schweren zweiten Album ist auf „The Nasty Piece“ aber rein gar nichts zu hören.

Im Gegenteil, laut Band quoll der Demo-Ordner förmlich über, man hatte mit kreativem Überschuss zu ‚kämpfen‘. Zudem holte man sich mit Bendik Markovic Toming-Weston einen Produzenten ins Boot, der eher für kommerziellere Acts (u. a. Fred Again…) bekannt ist und den rasiermesserscharfen Arrangements der Herren aus Oslo die nötige Eingängigkeit verleihen sollte. Das zeigt sich unter anderem im Vorboten „Jakter en løve“, der ein mächtiges Riff sofort in einen wilden Energierausch ummünzt und aus dem Nichts eine richtig große Hook aus dem Ärmel schüttelt, ohne den eigenen Sound auch nur im Geringsten zu verbiegen – dreckig, kantig und unwiderstehlich zugleich.

Tracks wie „Kjøttkverna“ kann man prima mitsingen, Turbonegro rücken ein wenig näher, bevor im richtigen Moment ein massives Breakdown alles in Schutt und Asche legt … bis zum nächsten Singalong. In „Hum som sitter fast“ geht es schnell und räudig nach vorne, ohne Netz und doppelten Boden. Mächtige Riffs, ein kleiner Pit und sprintende Punk-Action geben sich die Klinke in die Hand. An anderer Stelle stürzt sich „Når jeg dør“ in die Unendlichkeit. Was angesichts der anfänglichen Aggression mit spitzen Schreien nach einer Abrissbirne im Stile von Kvelertak klingt, bekommt den vielleicht eingängigsten Hard-Rock-Chorus der gesamten Platte serviert. Das Saxofon im Abgang ist das passende Sahnehäubchen.

Das Chaos regiert weiterhin, wird bloß ab und an in etwas geregeltere Bahnen gelenkt. Dabei sollte eigentlich rein gar nichts an „The Nasty Piece“ überraschen, denn diesen Hang zur Hook hatten Aktiv Dödshjelp schon immer, reduzierten auch keinesfalls ihre aggressiven, zermürbenden Wutausbrüche. Und doch dringen ein paar Hooks mehr an die Oberfläche, wachsen die Singalongs weiter, fallen die zwischenzeitlichen Breakdowns nebst klassischeren Punk- und Rock-Riffs massiver aus. Das zweite Album der Herren aus der norwegischen Hauptstadt hat tatsächlich mehr von allem und sollte endgültig große, mehr als verdiente Wellen schlagen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.10.2026
Erhältlich über: Crestwood Records / Loud Media (BMG)

Instagram: www.instagram.com/aktivdodshjelp 

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Category: Magazin, Reviews

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