Amon Amarth – The Allfather Awakens

| 30. September 2026 | 0 Comments
Amon Amarth

(c) Sylwia Makris & Christian Maria Weiss

30 Jahre nach ihrer ersten EP rollt die Maschine Amon Amarth weiterhin unnachgiebig weiter. Stillstand gibt es bei den Vikingern aus den hohen Nord aber auch auf ihrem mittlerweile 13. Studioalbum keinesfalls. Dieses Mal begann das Songwriting bereits auf Tour, aufgenommen wurde schließlich in zwei Sessions im Frühjahr 2025 und März 2026. Man wollte jeden Track einzeln angehen und wie eine Single behandeln, zudem gibt es kleine, durchaus überraschende musikalische Neuerung. Und doch macht „The Allfather Awakens“ weitestgehend dort weiter, wo sie vor vier Jahren aufgehört hatten.

Das eröffnende „Gjallarhorn“ ist ein absoluter Hit. Beschwörerische Chöre bereiten halbwegs auf die folgende, urgewaltige Hymne vor, dann gibt es einmal mehr epischen Melodic Death mit Viking-Untertönen – alles andere als neu, möchte man meinen. Amon Amarth finden dennoch frische Ansätze, wenn sie in den Strophen beispielsweise urplötzlich in Göteborg andocken. Der gewohnt donnernde Chorus lässt sich prima mitbrüllen. Ebenfalls stark ist „Oden’s Hunt“, das eine kleine Variation dieses Motivs mit mehr Tempo und Düsternis versieht. Die gequälte, brachiale und bedrohliche Präsentation schmerzt im besten Sinne.

„Upphaf“ markiert hingegen ein willkommenes Novum als erster rein akustischer Track in der jahrzehntelang andauernden Geschichte der schwedischen Veteranen. Als eine Art balladeske Mini-Verschnaufpause zur Albummitte gedacht, sorgt das auf einer übersetzten Strophe aus der ‚Völuspá‘ basierende folkige Stück für Gänsehaut. Sollte das zu ruhig sein, dann servieren Amon Amarth rundherum gewohnt mächtige Kost. Wie das getragene, schwerfällig marschierende „Raven God“, das monumentale „Ascending Like An Eagle“ mit giftigen Blast-Einschüben und das von bittersüßen Leads getragene „Eight Legs Of Thunder“.

Einzig „We Rule The Waves“ fällt stellenweise – zumindest textlich – ein wenig sehr platt aus, macht aber zumindest musikalisch Laune. Letztlich ist das eine der Stärken von Amon Amarth, die selbst kleinere Durchhänger mit dem nötigen Druck versehen. „The Allfather Awakens“ reiht sich souverän in die Riege unterhaltsamer Releases ein, nicht unbedingt bahnbrechend, aber auf mittlerweile gewohnt mächtigem Niveau operierend. Hymnen in rauen Mengen, drückende Urgewalt und eine erst ungewöhnliche, dann willkommene akustische Überraschung ergeben unterm Strich eine weitere verdammt gute Platte. Und sie rudern immer weiter.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.10.2026
Erhältlich über: Metal Blade (OPEN)

Website: amonamarth.com
Facebook: www.facebook.com/amonamarth

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Category: Magazin, Reviews

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