Valley Of The Sun – The Blacklight Sessions

(c) Valley Of The Sun / Heavy Psych Sounds Records
Zum Glück zurück: Nach „The Chariot“ brauchten Valley Of The Sun kurz, um sich neu auszurichten. Die US-Band wurde wieder zum Trio und veröffentlichte das exzellente „Quintessence“ in Eigenregie. Damit konnten sich die Herren um das einzige verbliebene Gründungsmitglied Ryan Ferrier (Gitarre & Gesang) endlich stabilisieren, zum Sound der Anfangstage zurückkehren und diesen zugleich weiterentwickeln. Heavy Psych Sounds ist nun das neue Zuhause für das gewohnt muskulöse, verspielte und zugleich getriebene „The Blacklight Sessions“.
Was unter Schwarzlicht sichtbar wird? Riffs satt, glücklicherweise, denn die Herren aus Cincinnati, Ohio bündeln ihre Kräfte in gewohnt energischer Manier. „The Whiskey Elf“ brennt sich mit seiner singenden Gitarre sofort ein, die Rhythmusabteilung um Chris Sweeney und Johnny Kathman treibt das Geschehen monolithisch an, dann verlieren sich Valley Of The Sun nach und nach in instrumentalen Spielereien. Endlose Schleifen verzaubern im besten Sinne. Danach erhöht „Low Not Slow“ erst einmal die Schlagzahl, rückt nach und nach die immer noch kraftvollen Vocals in den Mittelpunkt und klemmt klassischen Stoner-Klängen eine Rakete unter den Allerwertesten.
Zumeist halten sich Valley Of The Sun aber im XXL-Format auf, die erstmals auf Albumlänge in den Mittelpunkt rückt. „Mountain“ ist tatsächlich das, ein Gigant von einem Song. Dem ellenlangen, verplanten Intro entspringt schließlich ein verschwitztes Bollwerk, das von Stoner-Doom bis hin zu bluesigem Hard Rock mehrere kleine Metamorphosen durchlebt und dabei stets am Limit operiert. Noch länger und massiver ist einzig – nomen est omen – „The Long Song“. Über zehn Minuten verplante Spielfreude tragen das US-Trio zu aufregenden Höhen. Wie eine kleine Rock-Suite hangelt sich der Gigant von Psychedelia zu trockenem Fuzz zu Stoner-Heavyness zu wüsten Soli über dampfenden Dünen.
Das hier ist keine einfache Kost, macht zugleich aber richtig viel Bock auf mehr: Valley Of The Sun verzichten auf braven Stillstand und strecken sich einmal mehr etwas zur Decke. Ihre mächtigen Riffs zocken sie natürlich weiterhin, rocken trocken und energisch, verlieren sich aber auch vermehrt im Langformat. Bei sechs Songs in knapp 42 Minuten Spielzeit bleibt natürlich Platz für das eine oder andere Epos. Dass nichts an „The Blacklight Sessions“ trotz gerne mal ausladender Dimensionen auch nur annähernd langweilt, spricht für das US-Trio, das sich in dieser kompakten Besetzung nun endgültig gefunden hat – ein hypnotisierender Kraftakt der mitreißenden Sorte.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 02.10.2026
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)
Facebook: www.facebook.com/valleyofthesun


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