Kongh – Dissolved In Time

| 22. September 2026 | 0 Comments
Kongh

(c) Malin Helenius

Drei mächtige Alben, die ein ganzes Genre weiterentwickelten, dann urplötzlich Stille: Nach dem 2013er Release von „Sole Creation“ zogen sich Kongh erst einmal zurück. Man hatte alles gesagt, die künstlerische Vision erfüllt, und somit gab es vorerst keinen Grund für eine Fortsetzung. Bei David Johansson, der zwischenzeitlich unter anderem mit Cult Of Luna tourte und verschiedene Bands produzierte, entstanden schließlich neue Ideen, nach und nach. „Dissolved In Time“ hat also etwas zu sagen, distanziert sich bewusst von Nostalgie und ringt dem eigenen Sound zugleich einmal mehr neue Facetten ab.

Unterstützung erhielt er von ehemaligen Cult Of Luna-Wegbegleitern. Live-Drummer Christian Augustin spielte das Schlagzeug ein und war Toningenieur für die Gesangsaufnahmen, Kristian Karlsson kümmerte sich um Ton und Mix der Drums und Magnus Lindberg mischte die gesamte Platte ab. Zudem steuerte Jörgen Sandström (u. a. Grave, Entombed) Backings bei. Die drei gewohnt überlangen Songs klingen aber weiterhin durch und durch nach Kongh. Im 19minütigen Opener „Staining The Ether“ arbeiten sich ominöse Gitarren langsam vor, dann übernimmt die bestens bekannte Wand aus Doom und Sludge. Erdrückende Wucht, sägende Gitarren und Johanssons Mix aus ätherischem Gesang und wütenden Growls übernimmt. Das Geschehen häutet sich wiederholt, ein stetes Auf und Ab der permanenten Entschleunigung gipfelt in einer der besten Gesangsmelodien der Platte in den Schlussminuten.

„Guided To The End“ ist so etwas wie der Radiosong, bei luftigen sieben Minuten Laufzeit. Kongh kommen tatsächlich halbwegs schnell auf den Punkt, setzen einen stoischen Drumbeat und Old-School-Death-Metal-Gitarren ein. Während man sich beinahe in HM2-Sicherheit wähnt, verzaubern Psychedelia, himmlische Vocals und urplötzlich auftretende, zermürbende Screams mit proggig-tödlicher Vehemenz. „Dissolved In Time“ ist etwa doppelt so lang und macht viel zu früh den sprichwörtlichen Deckel drauf. Zentnerschwerer Begräbnis-Doom, Mastodon-Prog und tiefe, erschütternde Sludge-Abgründe formen eine unheilige Allianz, die Hören und Sehen vergehen lässt.

Während die herausragende Extraklasse des Vorgängers zugegebenermaßen nie komplett erreicht wird, ist dieses Comeback doch eines nach Maß. Kongh klingen auf „Dissolved In Time“ etwas anders, lassen die Extreme noch eine Spur weiter auseinandergehen, schaffen mehr feinsinnige Melodik und zarte elektronische Begleitung, nur um im nächsten Moment Sludge und sogar eine Spur Death Metal um Welten wütender und erschütternder erklingen zu lassen. Das strengt stellenweise gewaltig an, interpretiert die vertraute semi-meditative Stimmung neu und reißt doch einmal mehr monumentale Wände mit manischer Intensität ein. Kongh pendeln sich auf hohem Niveau ein und bleiben nun hoffentlich etwas länger erhalten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.09.2026
Erhältlich über: Trust No One Recordings

Website: www.kongh.net
Facebook: www.facebook.com/KonghDoom

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Category: Magazin, Reviews

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