Modula Nation – The Rift

| 23. Juli 2026 | 0 Comments
Modula Nation

(c) Kuro Simon

Seit weit mehr als eineinhalb Jahrzehnten sind Modula Nation Dauergäste in der Grazer Musikszene. Bereits 2009 erschien eine erste EP, diverse weitere Kleinformate sowie Gigs mit Molotov, Skinny Puppy und Mother’s Cake sollten folgen. Mit dabei waren und sind proggige bis spacige Klänge zwischen verträumten psychedelischen Klangreisen und erstaunlicher Härte mit gelegentlich drückender Riff-Wucht. Mit etwas Anlauf landet nun „The Rift“, das erste Album des steirischen Quartetts.

Der nach einem kurzen Intro einsetzende Titeltrack geht angenehm frontal nach vorne, setzt auf Heavyness, zentnerschwere Riffs und etwas elektronische Spielerei. Endlose spacige Weiten in den Strophen, wütender Schweinerock im Refrain und die nahezu permanente Kollision von punkigem Esprit und synthetischen Einschüben verstören im besten Sinne. So furios, nahezu metallisch wird es in weiterer Folge nur selten. „Shred“ trägt das bereits im Titel, bricht aber mit dem Format. Funkige Bassläufe, schrubbender Math Rock mit Noise-Schlagseite und eine aus dem Nichts aufbrandende Sologitarre verwirren. Diese Zeitreise durch mehrere Jahrzehnte Rockgeschichte ist eine Herausforderung für sich.

Hibbelig, leicht verplant und doch irgendwie stimmig gibt sich „The Breakout“, das seinen Funk mit Bleisohlen versieht und eine erschöpfte Seele aufs Parkett zaubert. Wenn urplötzlich der riesige Refrain nebst Blackmail-Untertönen aufschlägt, ist alles eitel. Wer die verträumten, ausufernden Modula Nation hören möchte, wird in „Silicon Carne“ fündig. Wiederholt lässt sich der Song durch die luftige Schwere des Raums tragen, zerlegt zwischenzeitlich alles mit wachsender Begeistung und lässt Heinz Wallner gar Unmenschliches aus seinen Stimmbändern herauskitzeln. Der gut zehnminütige Abschluss „Soul Fever“ gestaltet sich tatsächlich fieberhaft. Minutenlange psychedelische und krautige Instrumentals, ausufernde Soli und schwingende Fäuste am Höhepunkt unterhalten bestens.

Ein gezielter Köpfler in weitestgehend unbekanntes Terrain fühlt sich erstaunlich vertraut an und begleitet ein Album voller Widersprüche, die im Mikrokosmos der Steirer immer sinnig und stimmig aufgelöst werden. Nach einem mit Gusto überfordernden ersten Durchlauf sortiert sich „The Rift“ nach und nach, lädt zu kuriosen Verrenkungen ein und findet selbst in komplexesten Momenten wieder und wieder zurück zu diesen kleinen Feinheiten, die alles überstrahlen. Wüste Riffwände, kleine Hooks, spacige Weisheiten und unwiderstehlicher Funk bereichen einen Wandteppich des Wahnsinns, der immer wieder aufs Neue für Begeisterung sorgt. Mit dieser schrägen, nicht immer ganz einfachen, dennoch bekömmlichen Platte sollten Modula Nation endlich die verdienten Früchte ihrer Arbeit ernten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.07.2026
Erhältlich über: Tonzonen Records (Cargo Records)

Website: www.modulanation.com
Facebook: www.facebook.com/people/Modula-Nation/100066573081167

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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