Dead Pioneers – Wagon Burner

(c) Derek Bremner
Von der Performance-Kunst zu einer der wichtigsten Punk-Bands der Gegenwart: Dead Pioneers, aus Frontmann Gregg Deals Auseinandersetzung mit seinen Wurzeln als nordamerikanischer Ureinwohner entstanden, stellen das präzise Wort neben giftige, drückende Musik. Die ersten beiden Alben, auf denen sich das Quintett als Band fand, begannen die Perspektive zu erweitern. Der Blick auf ganzheitliche politische und gesellschaftliche Aspekte trifft nun auf eine Platte, die etwas gemeinsamer als zuletzt erarbeitet wurde. „Wagon Burner“ langt erneut beherzt und deutlich zu.
Bereits die Vorboten unterstrichen einmal mehr, wo Dead Pioneers stehen, sofern man das – aus welchen Gründen auch immer – bisher nicht wusste. „No Kings“ fasst die gleichnamigen Proteste und die Motivation dahinter wortgewaltig zusammen, drängt Post Punk in Richtung Heavyness und packt einen kantigen Chorus aus, der sich wunderbar mitbrüllen lässt. Hingegen langt „Nazi Teeth“ – in gleich mehrfacher Hinsicht – beherzt zu. Gemeinsam mit der Punkband Cheap Perfume aus Colorado entsteht ein Fausthieb von einem Track, der zwischen Hardcore und Punk ordentlich ausholt und schmerzende Volltreffer landet.
„Seeing Red“ lässt Deal einmal mehr seinen Erfahrungsschatz in Songs zwischen Spoken-Word-Vortrag und Punk-Explosion vertonen. Es geht – wie viel zu oft – um Ignoranz und Halbwissen. Die Wut kommt von ganz allein. Die haben sich selbstverständlich auch die „Zealots“ verdient, die mit einem wunderbar brodelnden, noisigen Post-Punk-Track bedacht werden. Derlei mechanische Meditation nimmt „The Worst Among Us“ ebenso gerne mit, unterstützt durch Jason Williamson von Sleaford Mods – karg und hässlich umgesetzt, somit das krasse Gegenstück zu „Never Alone“. Eine waschechte Punk-Rock-Hymne mit lautstarkem Support durch The Interrupters schneidert einen unerwarteten Ohrwurm.
Über weite Strecken serviert „Wagon Burner“ die Essenz von Dead Pioneers, die vielerorts andockt, beherzt zulangt, offensiv mit dem eigenen Erfahrungsschatz umgeht und das Mindset wieder und wieder hochpräzise zerlegt. Musikalisch ist das Quintett sogar noch einen Tacken breiter aufgestellt, unterstützt durch starke Gäste, und spannt den Bogen von Punk und Hardcore zu Post-Punk-Manie der unterkühlten Art und erstaunlich hymnischem Rock. Textlich so unbequem, wütend und aufwühlend wie eh und je, setzen Deal und Mitstreiter ihre mächtige Serie souverän fort.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 26.06.2026
Erhältlich über: Hassle Records (Cargo Records)
Website: www.deadpioneers.band
Facebook: www.facebook.com/dead.pioneers
Slider-Pic (c) Derek Bremner


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