Stray From The Path – Clockworked

| 5. August 2025 | 0 Comments
Stray From The Path

(c) SharpTone Records

Schluss, aus, vorbei: Stray From The Path verabschieden sich mit Jahresende, nach nahezu einem Vierteljahrhundert im rastlosen Dienst von Hardcore und Metalcore. Es war eine gemeinsame Entscheidung, betont man, um aus freien Stücken abtreten und sich nochmals gebührend verabschieden zu können. Das wird im Rahmen einer letzten großen Tour geschehen, die am 4. 11. auch nach Wien führt. Begleitet wurde diese Ankündigung von einem (semi-)überraschend veröffentlichten finalen Album, „Clockworked“.

Und in dieser halben Stunde lässt es das US-Quartett noch einmal so richtig krachen, selbstverständlich laut, widerspenstig und hochgradig politisch – das schwingt nicht nur im Albumtitel mit. Auch Tracks wie „Fuck Them All To Hell“ machen deutlich, wohin die Reise geht. Brutales Geballer, dissonante Riffs und heiserer Silbenreichtum finden schnell ihre äußere und innere Mitte, groovend und hektisch vorgetragen, stellenweise fast hymnisch, bevor die alles verschlingende Finsternis auf die Pelle rückt. Ob „You’re Not That Guy“ ein ähnliches Ziel ins Visier nimmt? Die bekömmliche Dampfwalze mit vertrautem Crossover-Appeal langt beherzt zu und nähert sich der kompletten Übersteuerung.

Der eine oder andere Wegbegleiter hat es ebenfalls auf dieses finale Hallo geschafft, darunter Jeff Moreira von Poison The Well. Geschickt spielen Stray From The Path mit Atmosphäre und Lautstärke, lassen das Arrangement immer wieder anschwellen, eskalieren und absacken. Im Vergleich dazu geht es der Titelsong mit Florent Salfati (Landmvrks) kantig und kompromisslos an. Das bestens bekannte „Kubrick Stare“ geht fast als tanzbar durch, von Seite zu Seite gleitende Gitarren mit Math-Appeal inklusive. Auch „Shot Caller“ ist bereits bestens bekannt, spuckt Textmassen aus und bleibt doch lässig. Mit dem ellenlangen „A Life In Four Chapters“ verabschiedet sich die Band, nimmt gefühlt alle Karrierephasen mit, von kompletter Eskalation bis hin zu vornehmer Düsternis.

Irgendwann ist doch leider Schluss und die (Studio-)Karriere vorbei. Stray From The Path ziehen nochmals alle Register und lassen es sich nicht nehmen, in bestechender Form abzutreten. „Clockworked“ ist ein Knallbonbon von einem Album, drückend und brachial, roh und doch gekonnt ausbalanciert, massiv und clever zugleich. Technisch versierter Metalcore, gen Math abdriftender, mit Metal flirtender Hardcore und klaustrophobe Groove-Wucht finden wieder einmal blendend zusammen. Viel besser kann dieses Farewell nicht gelingen – thanks for the mosh-mories.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 30.05.2025
Erhältlich über: SharpTone Records (Warner Music)

Facebook: www.facebook.com/Strayfromthepath

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Category: Magazin, Reviews

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