Vader – Solitude In Madness

| 29. April 2020 | 0 Comments
Vader

(c) Nuclear Blast

Wo die unkaputtbaren Vader aufschlagen, wächst kein Gras mehr. Von ihren Heavy- und Speed-Anfängen sind die 1983 gegründeten Polen weit entfernt, als Death-Metal-Originale veröffentlichen sie seit mittlerweile knapp 30 Jahren regelmäßig echte Wuchtbrummen. Aktuell liegt der Fokus wieder auf etwas schnelleren, direkteren Stücken, ein wenig an „Litany“ aus dem Jahr 2000 angelehnt. Bloß der Sound, so Mastermind Piotr „Peter“ Wiwczarek, sei deutlich besser. Tatsächlich nimmt „Solitude In Madness“ in seiner Urgewalt keine Gefangenen.

Gleich vorneweg: Der eine oder andere etwas langsamere Song hat sich eingeschlichen, um für etwas Dynamik und Abwechslung zu sorgen, wobei ‚langsamer‘ selbstverständlich verhältnismäßig zu sehen ist. Natürlich ist der Rausschmeißer „Bones“ keine Ballade, groovt dafür beinahe und setzt auf manische Arrangierung mit ranzigen Old-School-Untertönen. Und doch zieht das Tempo in der zweiten Hälfte ein wenig an. „Emptiness“ bewegt sich ebenfalls über weite Strecken in etwas gemächlicherne Gefilden und sollte, wie der wütende Sprinter „Despair“, bereits von der im vergangenen Jahr erschienenen EP „Thy Messenger“ bekannt sein.

Viel typischer für diese neue Platte wäre das eröffnende „Shock And Awe“. Keinerlei Effekthascherei, sondern Vollsprint von der ersten Sekunde an – Vader wissen, wie der sprichwörtliche Hase läuft. Hohes Tempo, wütende Riffs und Wiwczareks gewohnt kehlige, gequälte Vocals nehmen alles mit, was die Polen so stark macht. „And Satan Wept“ entpuppt sich als weiterer Leckerbissen. Hier arbeitet das Quartett mit Abwechslung, mit kleinflächiger Variation und verkappt melodischen Ansätzen, bevor das nächste Flitzerfinger-Solo am Start steht. Schließlich packt „Dancing In The Slaughterhouse“ obskure, entstellte Schreie aus und erinnert schon mal an frühe Slayer.

In einer knappen halben Stunde reißen Vader mal eben alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. „Solitude In Madness“ klingt nach alter Schule, setzt jedoch auf frische Energie und deutlich bessere Technik – sowohl im Songwriting als auch in der Aufnahme. Mit dieser Sprinterplatte tauchen die Polen ein weiteres Mal in den Death-Metal-Jungbrunnen ab und liefern ein wuchtiges Spätwerk der schroffen, mitreißenden Sorte. Vader sind und bleiben unkaputtbar.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.05.2020
Erhältlich über: Nuclear Blast (Warner Music)

Facebook: www.facebook.com/vader

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Category: Magazin, Reviews

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