Blended Brew – Shove It Down

| 28. April 2020 | 0 Comments
Blended Brew

(c) Mighty Music

Eine neue Hard-Rock-Macht bahnt sich aktuell den Weg aus Dänemark in Richtung Süden. Blended Brew durften in ihrer noch recht kurzen Bandgeschichte bereits AC/DC, Slade und die Hollywood Vampires supporten, ein erstes Album samt nachgelegter EP erwies sich als Talentprobe. Deutlich von Deep Purple, Rival Sons und den eingangs erwähnten, australischen Riff-Rockern beeinflusst, setzt nun der Zweitling „Shove It Down“ zum Landeanflug an.

Gleich vorneweg: Die Ballade „Don’t Say No“ ist großer Käse, aber wenigstens zum Schluss platziert. Somit lässt sich diese blasse Karikatur, die so gar nicht zum Rest des Albums passen will, auch problemlos überspringen. Es soll bei diesem einzigen Durchhänger bleiben, denn rundherum servieren Blended Brew Hochklassiges. Eckpfeiler ihres Sounds sind die Hammond-Orgel sowie Jimmy Månssons kräftige Stimme, wie in „Electrified Loser“ zu hören. Der Aufbau ist simpel, aber effektiv, der Stomper mit locker eingestreuten Riffs und pumpender Orgel macht Laune. Neue Erkenntnisse bleiben in diesen gut vier Minuten aus, dafür regiert beste Laune.

Diese Hochstimmung zieht sich durch weite Teile des Albums. „Ancient Alien“ entpuppt sich als gelungener Auftakt mit seiner wilden Mundharmonika-Einlage und der kurzweiligen Tasten-Hexerei. Bluesige Untertöne und eingängige Schwere treiben diese gute Idee voran. Im Anschluss lässt „Stay In The Shadow“ das Mobilar vibrieren. Was Blended Brew hinsichtlich Groove aufs Tableau bringen, kann sich absolut sehen lassen. In „If The Streets“ deuten die Dänen etwas Sleaze an, schrauben für „Renegade“ den Heavyness-Faktor nach oben und treiben mit „Woman I Need You“ Schweißperlen auf die Stirn.

Einfacher Hard Rock, übersichtlich ausgestaltet und doch so unverschämt gut: Blended Brew versuchen erst gar nicht, das sprichwörtliche Rad neu zu erfinden, und legen stattdessen eine echte Energieleistung mit kleinem Schönheitsfehler hin. Klar, das Finale von „Shove It Down“ ernüchtert, dafür sind die neun Tracks davor stark genug, um diesen Mini-Fauxpas problemlos zu kaschieren. Die Dänen passen perfekt zur x-ten Vintage-Rock-Welle, nehmen als Draufgabe eine freche Orgel mit und rocken mit wachsender Begeisterung – mehr braucht es nicht zum Retro-Glück.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.05.2020
Erhältlich über: Mighty Music (SPV)

Facebook: www.facebook.com/Blendedbrew

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Category: Magazin, Reviews

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