King – Coldest Of The Cold

| 27. Dezember 2019 | 0 Comments
King

(c) Shane Henderson

Vor drei Jahren gelang King mit „Reclaim The Darkness“ ein unerwartetes Glanzstück. Ihr Black Metal mit melodischen und epischen Untertönen brachte den Australiern unter anderem verdiente Vergleiche mit Satyricon und Immortal ein. Anstatt sich zurückzulehnen, arbeitete das Trio zuletzt intensiv an einem Nachfolger und legte den Fokus auf noch mehr Details und Tiefgang, eben mehr von allem. Tatsächlich nimmt „Coldest Of The Cold“ diese hohe Hürde mit erstaunlicher Leichtigkeit.

Ein „Mountains Call“ könnte locker von den beiden eingangs erwähnten Referenzen stammen – bissig, nordisch, frostig und doch mit erhabener Note ausgestattet. Gerade der Quasi-Chorus mit seinen dezent melodischen Untertönen bleibt sofort hängen, rundherum wagen sich King auf durchaus anspruchsvolle instrumentale Exkurse. Für Fans der alten Schule dürfte das ein No-Go sein, gerade wenn ein „Beyond The Exosphere“ mittendrin hymnische Harmonien anstimmt und einen gewaltigen Refrain für verschneite Wälder und grimmiges Nicken vom Stapel lässt. Wütende Double-Bass-Salven sorgen rundherum für die entsprechende Grundstimmung mit wachsender Begeisterung.

Jeder Track entfaltet für sich gewisse Reize, darunter der furiose Rausschmeißer „My Master, My Sword, My Fire“. Anstatt es eine Spur entspannter anzugehen, rühren King die Kessel mit wachsender Begeisterung und überholen sich selbst. Klar, zum Ende hin folgen ein paar eingängigere Momente, rundherum regiert jedoch furioses Tempo. Der Titelsong „Coldest Of The Cold“ beginnt ähnlich, nimmt jedoch mit zunehmender Spieldauer das Tempo heraus und bemüht sich stattdessen um beklemmende Intensität. Das aggressive „Conquer“ und das unerwartet verschachtelte „Star“ erweisen sich als weitere Leckerbissen.

Purer Wahnsinn und noch mehr Spielwitz geben sich auf dieser Melodic-Black-Metal-Wundertüte die Klinke in die Hand. Nach dem bereits unterhaltsamen Debüt dürfte der Sound von „Coldest Of The Cold“ eigentlich nicht überraschen, und doch setzen King regelmäßig neue Glanzlichter mit packender Wucht, unerwarteten Wendungen und hymnischer Epik der eingängigen Art. Die Australier räumen ein weiteres Mal ab mit einer packenden Wuchtbrumme.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.11.2019
Erhältlich über: Indie Recordings (Soulfood Music)

Website: www.oneworldoneking.com
Facebook: www.facebook.com/oneworldoneking

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Category: Reviews

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