Bast – Nanoångström

| 19. November 2018 | 0 Comments
Bast

(c) Black Bow Records

Wieder etwas gelernt: Ångström ist ein Zehnmillionstel eines Millimeters – ein überaus seltenes Maß, das unter anderem in der Chemie und der Kristallographie für Atomabstände herangezogen wird. Noch um ein Vielfaches kleiner ist somit ein „Nanoångström“, zugleich auch der Titel des zweiten Albums von Bast. Das Trio aus London will vier Jahre nach dem gefeierten Einstand nun also mit einem neuen Strauß Blackened Doom-Magie nachlegen.

Blackened Doom ist genau das, wonach es klingt: Doom Metal am Scheideweg zu Black Metal, also gleichermaßen zäh, bleiern und brachial-rasend. Liest sich kurios, macht auf Platte allerdings Sinn, wie „A Red Line Through Black“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Der einzige Song (vom Intro abgesehen) unter zehn Minuten rollt vergleichsweise schnell an und stürzt sich in eine reduzierte Strophe mit Sludge-Vocals und karger Arrangierung. Bis zur echten Intensivierung des Geschehens dauert es eine ganze Weile, dann brennt plötzlich die Luft mit furiosen, schwarzmetallischen Growls und bissigem Zeitlupentempo. Ein paar Zwischensprints später stürzen sich Effektgeräte in die durch und durch manische Abfahrt.

Dieser komplette Wahnsinn zieht sich durch die ganze Spielzeit und scheint immer kaputter zu werden. „The Beckoning Void“ beginnt beispielsweise vergleichsweise heavy und brachial, stürzt sich im Eilschritt gen Geschwindigkeitsrausch und lässt zwischendurch behäbige, beinahe balladeske Einschübe zu. Die relativ melodische zweite Hälfte könnte kurioser und eingängiger kaum sein. Im abschließenden „The Ghosts Which Haunt The Space Between The Stars“ kommt schließlich Chris Naughton von Winterfylleth zu Wort. Er kann gerade in den wütenden, rasenden Attacken glänzen, während die majestätischen, monolithischen Momente zwischendurch beinahe einem Innehalten gleichkommen.

Je länger dieses zweite Album andauert, desto rasender, kaputter und abgefuckter wirkt es. „Nanoångström“ scheint sich der konstanten Steigerung zu unterwerfen, explodiert gleich mehrfach und findet im richtigen Moment zu bleierner, süßlich-melodischer Schwere zurück. Das musikalische Leben zwischen den Stühlen bekommt Bast sehr gut und baut souverän auf dem bereits starken Debüt auf. Noch etwas bissiger, noch etwas direkter: Die Richtung stimmt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.11.2018
Erhältlich über: Black Bow Records (UK-Import)

Website: www.bastband.com
Facebook: www.facebook.com/Bastmusic

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Category: Magazin, Reviews

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