Promethee – Convalescence

| 10. Oktober 2018 | 0 Comments
Promethee

(c) Lifeforce Records

Musik stellt manchmal vor Herausforderungen, egal wie eingängig, egal wie sperrig. Promethee können mehr als ein Lied davon singen. Die Schweizer veröffentlichen ihren komplexen wie mitreißenden Mix aus Post-Hardcore, Mathcore, Post Metal und Modern Prog im Drei-Jahres-Rhythmus. „Unrest“, das Lifeforce-Debüt, versprach sehr viel. Pünktlich zum zehnten Geburtstag beschenkt sich das Quintett aus Genf mit „Convalescence“ nun selbst.

Ihre für Genre-Verhältnisse kurzen und doch angenehm vollgepackten Songs durchleben verschiedene emotionale und musikalische Zustände. Wie „Witness“, geschickt gen Album-Mitte platziert, das sogar ein wenig mit Metalcore flirtet. Natürlich sind hier sämtliche Zutaten vorhanden: die wuchtigen Strophen mit brutalen Growls, die tiefer gestimmten Gitarren, der eingängige Klargesang am Höhepunkt. Und doch erinnert der leicht entrückte Chorus eher an Gojira, an wirren Prog-Gummitwist mit harmonischen Untertönen. Kann man machen, entpuppt sich als vielleicht sogar bester Song der Platte.

Wirkliche Schwachstellen sind so und so nicht auszumachen. Schon der eröffnende Titelsong stellt die Zeichen auf Sturm: „Convalescence“ fährt mit wahrer Urgewalt aus den Boxen, speit Feuer und gibt sich martialischen Groove-Wänden hin. „Endless“ zäumt das Pferd von hinten auf, packt ein wenig mehr Prog- und Post-Metal in den Mix, wirkt schwerfällig und doch ungemein sprunghaft. Zwischenzeitlich drückt ein „Soiled“ das Gaspedal komplett durch und wirkt im besten Sinne kaputt, während ein „Merchants“ bedrohliche, post-metallische Rifflandschaften aufzieht, sich letztlich aber auf Atmosphäre beruft, von djentigen Untertönen geschickt torpediert.

Es steckt viel Vertrautes in „Convalesence“, eine geschickte Fortsetzung des bereits starken Zweitlings. Echte Überflieger bleiben abermals Mangelware, Durchhänger lassen sich ebenso wenig ausmachen. Stattdessen überzeugen Promethee mit einer dicken, musikalischen Wand, mit geschickt eingestreuten Prog-Nuancen und durchaus faszinierender Doppelbödigkeit zwischen Sein und Schein. Einen Tacken zu kurz, dafür kurzweilig im besten Sinne: Die Schweizer sind mit diesem vertrackt-hymnischen Powerhouse endgültig angekommen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 12.10.2018
Erhältlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: www.prometheemusic.com
Facebook: www.facebook.com/prometheemusic

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Category: Magazin, Reviews

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