Petyr – Smolyk

| 29. Mai 2018 | 0 Comments
Petyr

(c) Outer Battery Records

Informationen über Petyr zu finden, kann mitunter zum Spießrutenlauf werden. Spärlich vorhandene Social-Media-Profile wurden seit Monaten nicht mehr aktualisiert, auf der eigenen Bandcamp-Seite gibt man sich ähnlich spartanisch und widmet sich einzig der Musik. Dabei gestaltet sich der Sound des US-Quartetts aus dem Pro-Skateboarder-Umfeld – Frontmann Riley Hawk ist kein Geringerer als Sohn von Skateboarding-Legende Tony Hawk – höchst interessant: Kein Jahr nach ihrem eponymen Debüt erscheint mit „Smolyk“ nun der nächste psychedelische Nackenschlag.

Die ersten elf Minuten dieser Platte gehören dem viergeteilten Titelsong, der sich mit jeder Sekunde weiter aufbäumt. Natürlich finden sich hier deutliche Psych-Referenzen, aber auch Stoner- und Space Rock spielen eine nicht zu verachtende Rolle. Hawks Vocals wirken gleichermaßen erdig und doch von jeglichen Konventionen losgelöst. Während man sich noch über den eigentümlichen und doch so packenden Gesang wundert, wandern Petyr gleich mehrere Türen weiter. Wilde Gitarrenwände und Soli sowie die drückende Rhythmusabteilung zerren in alle Richtungen und finden dennoch einen gemeinsam Jam-Nenner mit angenehm doomigen Untertönen.

Auf ähnliche Gefilde verstehen sich auch die übrigen fünf Songs. Ein „Distant Shores“ überrascht zunächst mit zackigem Aufgalopp. Aus den energischen Punk-Untertönen schält sich allerdings schnell ein weiterer bewusstseinserweiternder Opus Magnus heraus, der immer größer, wilder und aggressiver zu werden scheint. Noch kratzbürstiger funktioniert einzig „Sunrise Double“, das zwischendurch Noise-Brutalität andeutet, nur um schließlich wieder in erdig-groovende Gefilde zurückzufinden – ein Umfeld, welches auch „Zero Time (Dark)“ schätzt, bevor es sich kopfüber in ein komplett überdrehtes Solo stürzt.

Klar, „Smolyk“ ist eine richtig schön verpeilte und von sämtlichen Konventionen losgelöste Platte geworden, auf die man sich erst einmal einlassen muss. Tatsächlich wirken die knapp 46 Minuten wie aus einem Guss und fesseln mit ihren wilden Jams, finsteren Untertönen und plötzlichen Tempo-Verschärfungen immer wieder. Petyr treten auf Platte stets durchdacht und doch scheinbar spontan auf – die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Mitreißend und hochgradig faszinierend ist dieser Zweitling allemal.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.06.2018
Erhältlich über: Outer Battery Records (Download-Album)

Website: petyr-outerbattery.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/PETYR-1449953715112873

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Category: Magazin, Reviews

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