Witchskull – Coven’s Will

| 30. Mai 2018 | 0 Comments
Witchskull

(c) Rohan Thomson

Das mächtige Riff, das „be all, end all“ für Gevatter Rock. Mehr braucht es oft nicht, und so verwundert es kaum, dass Witchskull vor allem mit Bauchgefühl arbeiten, frei von der Leber weg, dicke Gitarren im Vordergrund. Das australische Trio bewegt sich irgendwo im bärtigen Spannungsfeld zwischen Stoner und Doom, klingt retro und lässt doch gewisse moderne Ideen mitschwingen. Von dieser kompromisslosen und doch verträglichen Mischung zeigte sich auch Rise Above angetan, wo nun das zweite Album „Coven’s Will“ erscheint.

Okkulte Themen, geistige Gesundheit und die Zerstörung der Umwelt zählen zu den zentralen Themen dieser Platte, die mit „Raven“ so schön bissig beginnt. Es ist dies nur ein kurzes, prägnantes Kleinod, überaus hymnisch und bissig arrangiert, von proto-metallischen Untertönen begleitet. Bereits das folgende „Son Of The Snake“ zerrt gen Band-typischere Gefilde. Witchskull nehmen das Tempo ein wenig heraus und platzieren sich in ihrer Stoner-Doom-Nische. Der Gesang passt ein wenig zu Pentagram, die Riffwände reisen durch 50 Jahre Rockgeschichte. Selbst für ein wenig Uptempo und psychedelisch angehauchte Passagen bleibt Platz.

Fortan platzieren sich die Australier mit wachsender Begeisterung zwischen den Stühlen. „Spyres“ entwickelt sich zur Riff-Meisterleistung. Iommi lässt grüßen, so lässig und doch unverschämt heavy mutet dieses Konstrukt an. Wie die Gesangsmelodien darüber schweben, ringt ebenso Respekt ab wie das schön gemächliche, fiese „Priestess“. Hier gibt sich das Trio evil as fuck, spielt mit Doom-Ursuppe und manischer Energie. Der unwahrscheinlich zähe, dichte Rausschmeißer „The Empty Well“ rundet mit seiner Zeitlupenwand schließlich gekonnt ab.

Wie frisch oder abgehangen dieses „Coven’s Will“ klingt, darüber sollen sich letztlich andere streiten. Tatsächlich macht dieses zweite Album der australischen Stoner-Doom-Brigade von vorne bis hinten richtig Laune. Witchskull schwimmen gegen den Strom, bis sie bei den Anfängen des Genres gelandet sind, und tänzeln schließlich durch Proto-Gefilde satt. Kurzweilige Tracks, leidenschaftlicher Gesang und finstere Atmosphäre machen das Rise Above-Debüt zum echten Gewinn.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.06.2018
Erhältlich über: Rise Above Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/witchskull

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Category: Magazin, Reviews

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