Blessed Hellride – Bourbon King

| 18. Mai 2018 | 0 Comments
Blessed Hellride

(c) Rodeostar

Die Schönheit des Moments ist eine Sache; manchmal darf es auch einfach nur so richtig schön derb rocken. Hier treten Blessed Hellride auf den Plan. Das Quintett aus Trier debütierte vor fünf Jahren mit ihrem herrlich süffigen, rifflastigen und metallischen Hard Rock auf „Bastards & Outlaws“ – da weiß man, was man bekommt. Fans von Motorjesus und Nitrogods dürften sich auch am Nachfolger „Bourbon King“ kaum satthören können.

Mit dem eröffnenden Titelsong geht es gleich mal auf Kurs. Selbstverständlich stehen Black Label Society Pate für den fetten Heavy-Sound, der nach einem kleinen Intro auf den Weg findet. Squeals müssen natürlich dabei sein, dicke Gitarrenwände ebenso. Mächtiger, beschwörender Gesang rundet das Geschehen ab. Das darf man, natürlich, bedingt originell finden, macht aber richtig Spaß. Blessed Hellride gehen von der ersten Sekunde an auf Hit-Kurs und liefern Material, das sich auch nach ein paar Bieren schön mitbrüllen lässt.

Zwischendurch kann das schon mal platt werden. Ein „Fucking Hairy Bastards“ ist genau das, die Lyrics zu „St. Lucifer“ stammen ebenfalls tief aus der Mottenkiste. Macht aber nichts, denn gute Riffs und eine überzeugende Präsentation, die sich auch auf das an Fozzy erinnernde Powerhouse „Good Times“ und die Mini-Hymne „Rock ‚N‘ Rolla“ ausdehnt, wischen etwaige Bedenken lässig zur Seite. Schade ist eigentlich nur, dass den Deutschen zum Ende hin die Luft ausgeht. Die letzten drei Songs kriechen etwas matt und durchgekaut aus den Boxen, die Ballade „The Scavenger“ wirkt so und so recht ideenarm und entfernt sich zu weit von den Stärken des Quintetts.

„Bourbon King“ hat mit einem kräftigen Schönheitsfehler zu kämpfen, unterhält aber dennoch. Vor diesem leicht schalen Abgang spielen Blessed Hellride ihre Stärken mit wachsender Begeisterung aus. Klar klingt das vertraut, klar darf man sich keine textlichen Wunderdinge erwarten, aber das will man bei den Herren aus Trier eigentlich auch nicht. Stattdessen setzt es dicke Hymnen, mächtige Gitarren und ordentlich Testosteron – perfekt für die einsetzende Festival-Saison.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 18.05.2018
Erhältlich über: Rodeostar (Soulfood Music)

Website: www.blessed-hellride.com
Facebook: www.facebook.com/BlessedHellride

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Category: Magazin, Reviews

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