Taste Of Greed – Irreversible

| 30. April 2018 | 0 Comments
Taste Of Greed

(c) Greedify Records

Knüppel aus dem Sack, Taste Of Greed sind da. So manche(r) wird sich nun sicher wundern, wer zum Henker das sein soll. Tatsächlich operiert das Quintett aus Hamburg im kleinen Rahmen – noch, denn es riecht nach höheren Weihen. 2013 gegründet, verschrieb man sich melodischem Thrash Metal mit dezentem Schwedentod-Einschlag und modernen Elementen. Das Debütalbum „Irreversible“ erscheint nun auf dem eigenen Label Greedify Records.

Wie es geht, verrät beispielsweise die Video-Auskopplung „Pathetic“. Zwischen Nackenbrecher-Thrash mit Machine Head-Schlagseite und verkappten, melodischen At The Gates-Referenzen decken diese fünf Minuten so ziemlich alles ab. Klingt kunterbunt, ist auch genau das, wenn martialische Screams und stellenweise durchaus gutturale Growls auf kurze Momente der feinen Klinge treffen. Eine ähnliche Strategie verfolgt der Opener „gNOsis“ mit seinem grandiosen Mitbrüll-Refrain, der sich in bissiger Mehrteiligkeit zur mitreißenden Hymne entwickelt.

Bei aller Vertrautheit klingen Taste Of Greed dennoch herrlich eigenständig und wissen zuweilen durchaus zu überraschen. Der heisere, leidenschaftliche Gesang im Rausschmeißer „Astray“ kommt gut, gerade wenn darauf ein feister High-Speed-Husarenritt folgt. Ein „Deadlock“ wütet hingegen genussvoll in der alten Bay Area, schielt ein wenig gen 90er-Crossover-Bestrebungen und taucht schließlich in martialische Düsternis ab. Mit dem knüppelharten „Pathetic“ packen Taste Of Greed“ außerdem eine weitere Rakete aus, melodisch feinsinnige Gitarrenarbeit inklusive.

Eigentlich ist es eine kleine Überraschung, dass es sich bei „Irreversible“ um ein Debütalbum handelt, so ausgeklügelt und selbstsicher mutet es stellenweise an. Taste Of Greed wandeln auf dem schmalen Grat zwischen Vertrautheit und feiner Frische, mischen moderne Thrash-Klänge mit etwas älter anmutenden Melodien. Das klingt nun durchaus nach einem schrägen Zwiespalt und will erst ein wenig schön gehört werden, und doch verbirgt sich hinter diesem kuriosen musikalischen Spagat eine kleine Hitschleuder mit Grower-Potential. So muss das.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.05.2018
Erhältlich über: Greedify Records

Website: www.tasteofgreed.com
Facebook: www.facebook.com/TasteOfGreed

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Category: Magazin, Reviews

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