Legend Of The Seagullmen – Legend Of The Seagullmen

| 9. Februar 2018 | 0 Comments
Legend Of The Seagullmen

(c) Dine Alone Records

Mastodon, deine Nebenprojekte: Arcadea, Killer Be Killed, Giraffe Tongue Orchestra, Gone Is Gone und wie sie so alle heißen – das kreative Umfeld der Stoner-Sludge-Progger ist legendär. Brent Hinds fügt der illustren Liste nun einen weiteren Namen hinzu. Gemeinsam mit Tool-Drummer Danny Carey und weiteren Berufswahnsinnigen aus der Film- und Musikindustrie hob er die Supergroup Legend Of The Seagullmen aus der Taufe. Schiffswrack, Riesentintenfische, Laser und maritimes Lustspiel: Das Debütalbum „Legend Of The Seagullmen“ wird zur konzeptuellen Grenzerfahrung.

Musikalisch ergibt sich über weite Strecken eine Art Schnittmenge aus Careys und Hinds‘ Betätigungsfeldern: Psychedelischer, proggressiver Stoner Rock mit metallischen Untertönen diktiert 37 Minuten lang das Geschehen, begleitet von Seemannsgarn und schrägem Humor. „Shipswreck“, der erste Vorbote, illustriert diesen Wahnsinn in vier kurzweiligen Minuten prima. David „The Doctor“ Dreyers forscher und gestenreicher Gesang fällt gewöhnungsbedürftig aus, macht letztlich aber doch einiges her. Abgehobene Synth-Einflüsse treffen auf schroffes, geradliniges Riffing und Careys etatmäßigen Schlagzeug-Wahnsinn. Je länger der Track dauert, desto intensiver und komplexer wird er, bleibt aber letztlich ’nur‘ Startrampe und will nicht vollends abheben.

Das geschieht schon eher in den beiden Monstrositäten dieses Einstands. Auch „The Fogger“ rollt mit Verzögerung an, nur um schließlich an kantig-proggige Mastodon-Grandezza zu erinnern. Angepunkter Dreck und Psych-Wahnsinn sorgen für den nötigen Tiefgang, ausladende Gitarrensoli schlielen gen 70s. „Curse Of The Red Tide“ erinnert stellenweise an cineastische Soundtrack-Arbeiten (dafür könnte „Jonah Hex“-Regisseur Jimmy Hayward verantwortlich sein), bevor ein Muse-Riff der alten Schule gen eierlegende Prog-Wollmilchsau entführt. Ebenfalls stark: „Rise Of The Giant“, das schroffe Muskelpaket mit filigraner Gitarrenarbeit und wütender, durch Careys Drum-Rolls heraufbeschworener Sturmbrise.

Musikalisch und konzeptuell höchst gewöhnungsbedürftig, debütieren Legend Of The Seagullmen mit abstrusem Wahnsinn, der die Summe der einzelnen (Band-)Teile entsprechend in Szene setzt. Bärbeißig-proggige Riffgewitter hier, cineastischer Blödel-Exkurs da – sicherlich nichts für Geradeausdenker. Der eponyme Erstling schlägt Haken über Haken, will sich auf nichts festlegen lassen und entwickelt sich binnen kürzester Zeit zu einer der verrücktesten Klangreisen der letzten Zeit. Gepaart mit mächtigen Songs und Soundtrack-tauglichen Überraschungen, gelingt den Möwenmännern ein kurzweiliger wie charmanter Einstand für Stoner-Prog- und „Danger 5“-Fans.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 09.02.2018
Erhältlich über: Dine Alone Records / Caroline International (Universal Music)

Website: theseagullmen.com
Facebook: www.facebook.com/theseagullmen

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Category: Magazin, Reviews

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