Shipwrecks – Shipwrecks

| 6. November 2017 | 0 Comments
Shipwrecks

(c) Mirka Scheuer

Was ist das schön in Zeiten, in denen sich Post Rock in scheinbar zig Richtungen und Subgenres aufzuspalten versucht, zur Abwechslung ein gleichermaßen klassisches wie puristisches Album in den Händen zu halten. Verantwortlich dafür sind Shipwrecks aus Köln, die bereits vor zwei Jahren mit ihrer ersten EP für Furore sorgten und nun ihr Debütalbum vorlegen. Schlicht „Shipwrecks“ betitelt, bemühen sie sich um die rein instrumentale Seite des Genres und grüßen Mogwai und Explosions In The Sky im Vorbeigehen.

43 herrliche Minuten verbreiten Lagerfeuerstimmung, erschüttern Mark und Bein, und spielen sich durch eine wahre Palette an Emotionen – all das auf einmal und gerne auch nebeneinander. Shipwrecks erweisen sich als Klangkünstler und bauen ihre Songs überaus behutsam, präzise und konzentriert auf. Ein „Monument“ setzt auf kurze Post-Fanfaren, lässt aber ebenso Platz zum Atmen. Zäsuren erweisen sich als Prunkstück der Platte und verleihen den etwas lauteren, nachdrücklichen Momenten – hier beispielsweise kurz vor der Sechs-Minuten-Marke – zusätzliche Kraft.

Anders gesagt: Bei Shipwrecks ist ebenso wichtig, was sich zwischen den Noten abspielt. Das wird besonders im abschließenden „Waldeinsamkeit“, das sogar an der Zwölf-Minuten-Marke kratzt, deutlich. Ruhige, zarte Momente erinnern an Sigur Rós und bauen sich beinahe in Zeitlupentempo auf. Konstant arbeiten die Kölner auf das große, melancholisch angehauchte Finale samt schreienden Gitarren und herrlich wirbelnder Rhythmusabteilung hin, bevor sich dieses Kleinod urplötzlich in Luft auflöst.

Mit ihrer erfrischenden, recht klassischen und doch keinesfalls altbackenen Herangehensweise an Gevatter Post Rock machen Shipwrecks unheimlich viel richtig. Ihr Debütalbum lebt von erhabenen Momenten und geschickt gesetzten Pausen, fließt sehr schön und entführt auf herrliche Traumreisen. Was sich noch herauskristallisieren muss, ist die etatmäßige eigene Handschrift, aber selbst das dürfte bestenfalls eine Frage der Zeit sein – ein wunderschönes, bewegendes Debüt von den Kölnern.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 10.11.2017
Erhältlich über: Sportklub Rotter Damm (Indigo)

Website: shipwrecks-music.com
Facebook: www.facebook.com/shipwrecksmusic

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Category: Magazin, Reviews

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