Cannibal Corpse – Red Before Black

| 3. November 2017 | 0 Comments
Cannibal Corpse

(c) Alex Morgan

Gewissermaßen sind Cannibal Corpse so etwas wie die AC/DC des Death Metal. Kaum eine andere Band im brutalen Bereich hat einen derart hohen Wiedererkennungswert und liefert, bei aller Vertrautheit, konstant gutklassige bis hohe Qualität ab. Was soll also an „Red Before Black“, dem mittlerweile 14. Studioalbum der US-Legenden, großartig anders sein? Die Urgesteine kündigen eine deutlich rohere, direktere Platte an, die dennoch für Band-Verhältnisse eingängig ausfallen soll – und genau das ist tatsächlich auch der Fall.

„Only One Will Die“ stürzt sich kopfüber in eine herrlich dynamische Platte, in diesen eröffnenden dreieinhalb Minuten bereits bestens zusammengefasst: knallhart, unwahrscheinlich brachial und doch so geschickt arrangiert zwischen Groove und Hackbrett. Der folgende Titelsong „Red Before Black“ überrascht sogar mit dezent thrashigen Einflüssen, bevor „Code Of The Slashers“ schließlich die mächtige Dampfwalze auspackt und den Rotor kreisen lässt – eines der besten Eröffnungstrios in der illustren Karriere der US-Amerikaner.

Auch nach diesem massiven Aufgalopp lassen Cannibal Corpse keineswegs nach. „Scavenger Consuming Death“ klingt unwahrscheinlich heavy und brachial, nimmt das Tempo über weite Strecken raus und kokettiert mit Schwedentod der alten Schule. Ein „Remaimed“ wirkt stellenweise sogar noch behäbiger und zäher, nur um im richtigen Moment den sprichwörtlichen Schalter umzulegen und voranzupreschen. Zwischen dem brachialen Standared „Heads Shoveled Off“ und dem unwahrscheinlich präzise gerifften „Destroyed Without A Trace“ hinterlässt das Quintett verbrannte Erde.

So stark und konzentriert hat man Cannibal Corpse schon sehr lange nicht mehr gehört. Natürlich wildert „Red Before Black“ in vertrauten, bestens ausgeleuchteten Gefilden, und doch haftet der wilden, ungezügelten Präsentation dieses 14. Studioalbums etwas überaus Frisches an. Über weite Strecken höchste Qualität mit minimalem Filler-Anteil, kleine Überraschungen und herrliche Dynamik lassen durchaus dezentes Klassiker-Potential durchschimmern. Anders gesagt: Sie können es immer noch, und wie.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.11.2017
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: www.cannibalcorpse.net
Facebook: www.facebook.com/cannibalcorpse

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Category: Magazin, Reviews

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