Highrider – Roll For Initiative

| 11. September 2017 | 0 Comments
Highrider

(c) The Sign Records

Frisch dem Underground ihrer Göteborger Heimat entstiegen, packen Highrider alles, was der Hard-Rock- und Metal-Fan gern hat, in einen großen Kessel und rühren kräftig um. Thrash, Heavy Metal, 70s Hard Rock, Punk, Doom und viele weitere musikalische Einflüsse treffen auf knapp 41 kurzweiligen Minuten aufeinander. Was unheimlich bunt und überladen klingt, macht letztlich aber richtig Laune: „Roll For Initiative“ ist ein ordentliches Debüt geworden.

Wie schräg und doch sympathisch dieser wilde Mix klingen kann, zeigt der Opener „Nihilist Lament“ bereits recht perfekt. Das wütende, angethrashte Grundkorsett wird durch eine Jon Lord’sche Orgel, ein wenig Occult Rock und eine amtliche Dosis Kvelertak ergänzt. Dass der Song mittendrin das Tempo herausnimmt und mit seiner ausladenden Gitarrenarbeit ein wenig an die epischen Auswüchse der New Wave of British Heavy Metal erinnert, passt natürlich prima ins Bild.

„Vagina Al Dente“ – gewöhnungsbedürftiger Titel – schlägt in eine ähnliche Kerbe. Das feiste Auftreten, die geballte Wucht, die Hardcore-Anleihen und das infernale Chaos machen Laune. Im direkten Anschluss macht „Emotional Werewolf“ möglichst viel anders, pendelt zwischen Doom und Hard Rock, gepaart mit bissigen Vocals und herrlicher Solierarbeit zum Schluss. Einzig der verworrene, betont experimentelle Mittelteil hätte nun wirklich nicht sein müssen. Zwischenzeitlich wirft „Batteries“ nochmals alles in einen Topf und nimmt ein wenig Cloven Hoof mit auf die wilde Jagd.

Im Englischen würde man sagen, Highrider seien ‚an acquired taste‘ – durchaus gewöhnungsbedürftig aber charmant. Tatsächlich klingen sie mit ihrem wilden Mix und dem herrlich besessenen Auftreten wie die perfekte musikalische Ehe von Grand Magus und den bereits erwähnten Kvelertak. Wild, ungestüm und doch verdammt eingängig, entwickelt sich ihr Full-Length-Einstand „Roll For Initiative“ zur traditionellen Metal-Party-Platte mit Suchtfaktor und so manchem kleinen Hit. Es wäre kaum verwundernswert, würden die Schweden mal richtig groß werden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.09.2017
Erhältlich über: The Sign Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/HighriderOfDoom

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Category: Magazin, Reviews

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