Morbid Evils – Deceases

| 23. August 2017 | 0 Comments
Morbid Evils

(c) Tero Nordlund

Wenn Keijo Niinimaa nicht gerade mit Rotten Sound durch die Lande tourt, tauscht er die wütende Grindcore-Action seiner Hauptband gegen brachiales Slowfood. Morbid Evils packt den latenten Wahnsinn Niinimaas in doomige Sludge-Töne mit Blackened-Death-Untertönen. Der Einstand „In Hate With A Burning World“ war ganz gut geworden, offenbarte aber auch noch Luft nach oben. Mit neuem Ansatz und verfeinerter Ausrichtung realisiert „Deceases“ eben jenes Potential.

Heavyness und Minimalismus sind die Eckpfeiler dieses Zweitlings. Niinimaa wollten den Sound noch weiter entschlacken und dabei zugleich so schwer und bleiern wie noch nie gestalten. Von Grind-Drone ist die Rede – zwei krasse musikalische Gegensätze, die diese 40 Minuten dennoch gut beschrieben. In sechs Kapitel oder Cases unterteilt, greifen die einzelnen Tracks herrlich ineinander. Angefangen bei „Murder“, dieser sieben Minuten langen Monstrosität, packen Morbid Evils Schicht auf Schicht auf Schicht, getragen von Niinimaas gutturalen Growls. Infernale, schwarzmetallisch angehauchte ‚Melodien‘ ziehen tiefer und tiefer hinab in den Abyss.

Der neue, verschärfte Minimalismus der zum Trio geschrumpften Finnen äußert sich vor allem in der vergleichsweise statischen und doch unerbittlich lauten Rhythmusabteilung – wuchtig, beinahe monoton und doch unheimlich effektiv. Seinen Höhepunkt findet dieses zweite Album schließlich im vierten Kapitel, wenn „Tumour“ nach langsamem Aufbäumen schließlich einen Hauch von Sonnenlicht durchscheinen lässt, nur um schließlich noch tiefer in den schlammigen, herrlich entstellten Death-Doom-Schlamm abzutauchen.

Sludge, Doom, Drone und viele weitere Extreme: „Deceases“ nimmt alles mit, was gerade am Boden kreucht und fleucht, und punktet mit geschickter Reduktion. Niinimaas Plan, noch minimalistischer und pointierter aufzuspielen, lohnt sich. Das zweite Morbid-Evils-Album macht verdammt viel richtig, auch wenn sich in der zweiten Hälfte die eine oder andere Wiederholung zu viel eingeschlichen hat. Und doch beeindruckt die schiere, erbarmungslose Heavyness dieser Platte, die den Sommer endgültig zu Grabe trägt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.08.2017
Erhältlich über: Svart Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/MorbidEvils

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Category: Magazin, Reviews

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