Nervecell – Past, Present…Torture

| 22. August 2017 | 0 Comments
Nervecell

(c) Lifeforce Records

Weit über sechs Jahre hat das letzte Nervecell-Album mittlerweile auf dem Buckel. Die Death-Metal-Heroen aus Dubai konzentrierten sich nach dem Release von „Psychogenocide“ vornehmlich auf Tour-Aktivitäten und stellten weitere Aufnahmen erst einmal hinten an. Zwar ließ „Past, Present…Torture“, so der Titel des neuen Rundumschlags, ordentlich auf sich warten, die Herren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten machen ihr verfeinertes Songwriting und weiter gewachsenes instrumentales Können dafür von der ersten bis zur letzten Minute spürbar.

Anstatt ihr Programm lieblos runterzuspulen und bloß ein wenig Nachschub für künftige Shows zusammenzukratzen, spielen sich Nervecell in den nun folgenden 50 Minuten in einen wahren Rausch. Nach einem kurzen Intro bringt „Aadvent“ den Sound des Trios auf den Punkt: brachial, bissig, unnachgiebig. Die folkloristischen Elemente wurden noch weiter zurückgenommen, stattdessen setzt es die brutale Seite des Genres in aller Brillanz. Wer es dynamischer mag, stürzt sich auf „D.N.A. (Diruo Nocens Acervus)“. Mehr Groove und Dynamik lassen den Track herrlich gefährlich und doch, zumindest für Death-Metal-Verhältnisse, beinahe eingängig wirken.

In dieser Gangart geht es weiter: „Habitual Deceit“ kombiniert Überlänge mit Brachialgewalt. Zwar holpert der Mittelteil ein wenig in seinem Versuch, dynamische Ausrufezeichen zu setzen, rundherum wirkt das Monstrum dafür stimmig. Das folgende „Maqabre“ bemüht hingegen abermals melodisch angehauchte Midtempo-Gefilde mit großem Erfolg und brutaler Präzision. Ebenfalls sympathisch: das gigantische „Abyssviand“ mit seiner mächtigen Gitarrenarbeit und der bissige Titelsong, der von der ersten bis zur letzten Sekunde mächtig Druck erzeugt.

Folkloristisch endgültig beim absoluten Minimum angekommen, verlieren Nervecell dennoch nichts von ihrem besonderen, präzisen und erfrischend wütenden Sound. „Past, Present…Torture“ gibt sich wie aus einem Guss und lässt pure Spielfreude erkennen, wie sie das Trio ansonsten vor allem auf die Bühne transportiert. Kleinere holprige Passagen werden billigend in Kauf genommen, denn Nervecells drittes Studioalbum ist zugleich auch ihr bestens und rundestes.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.08.2017
Erhältlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: www.nervecell.net
Facebook: www.facebook.com/nervecell

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Category: Magazin, Reviews

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