Havok – Conformicide

| 10. März 2017 | 0 Comments
Havok

(c) Haley Loria Carnefix / Carnefix Photography

Die große Welle junger, hungriger Thrash-Fans mag in den letzten Jahren zwar ein wenig abgebbt sein, ihre Protagonisten haben aber nach wie vor so manchen derben Nackenschlag zu bieten. Havok arbeiteten in den vergangenen drei Jahren fleißig an einem Nachfolger zu „Unnatural Selection“, unterschrieben zwischenzeitlich bei Century Media und tauschten ihren Bassisten aus. Auf „Conformicide“ pflügen sie sich nun gewohnt furios durch die Bay Area und positionieren sich abermals als einzig wahre Exodus-Erben.

Melodisches Intro, erste Gitarren und ein… Bass-Solo? Neu-Tieftöner Nick Schendzielos (Job For A Cowboy, Cephalic Carnage) drückt bereits dem Opener „F.P.C.“ seinen Stempel auf, darf immer wieder kurz solieren und sogar einzelne Riffs übernehmen. Gemeinsam mit Sprechgesang und minimalem Riff-Einsatz irritiert der Crossover-Esprit der Strophe ein wenig; man muss sich den Auftakt erst schön hören, bevor er zur Halbzeit abhebt.

Auch „Hang ‚Em High“ beginnt mit einem Solo auf Tieftöner, drückt dann jedoch sogleich aufs Gaspedal und zieht sämtliche Register. Ein wütender David Sanchez gibt einmal mehr den Zetro, speit Gift und Galle. Havok rechnen hier, wie auch in weiterer Folge immer wieder, mit etablierten politischen Strukturen ab, weisen aber zugleich explizit hin, dass ihre Texte weder rechts noch links zu interpretieren sind.

Musikalisch ist die Sache da schon klarer, denn in weiterer Folge packt das Quartett so manchen Killer aus. „Peace Is In Pieces“ groovt wie Sau, „Dogmaniacal“ verneigt sich tief vor Megadeth mit einer dicken Portion „Symphony Of Destruction“ und das abschließende „Circling The Drain“ wirft als großes Finale noch einmal alles in einen Topf, lässt sogar Schendzielos hektisch übers Griffbrett hetzen. Das dicke Bass-Riff mitten im Song hat Charme, bleibt dennoch gewöhnungsbedürftig.

„Comformicide“ hat mit kleineren Schwächen in der B-Note zu kämpfen. Zwar gewöhnt man sich mit der Zeit an das sperrige Bass-Gewitter, doch zwischen etwas gewollt überlangen Songs mit dünnen Ideen („Ingsoc“ und „Wake Up“ bewegen sich auf dünnem Eis) und der etwas schmalbrüstigen Produktion wirkt das Century-Media-Debüt etwas unausgeglichen und überambitioniert. Trotz aller Defizite packen Havok eine Reihe an Granaten und Headbangern mit hohem Suchtfaktor aus und zeigen sich abermals auf dem Sprung in Richtung moderner Thrash-Klassiker. Beim nächsten Mal dann, bitte.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 10.03.2017
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Website: havokband.com
Facebook: www.facebook.com/HavokOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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