Battlecreek – Hate Injection

| 9. November 2016 | 0 Comments
Battlecreek

(c) Violent Creek Records

Im schönen Chiemgau in Oberbayern ist die Welt noch in Ordnung, wenn man auf Thrash Metal der alten Schule steht. Hier werken Battlecreek seit 2004 und schicken ihr Urverständnis für den Sound der Bay Area bis weit über regionale Grenzen hinaus. Mittlerweile ist auch Violent Creek, Experte für metallische Talente, auf das bayrische Quartett aufmerksam geworden und verhilft dem im vergangenen Jahr in Eigenregie veröffentlichten „Hate Injection“ zum Re-Release mit Bonus-Material.

Bereits im eröffnenden „Dealing Death“ lassen Battlecreek den Rotor kreisen und huldigen der Slayer’schen Allmacht. Kurzes Intro, fieser Husarenritt, hohes Tempo, herrlich verschrobene Gitarrenarbeit – das erinnert natürlich ein klein wenig an Reißbrett, macht dafür unheimlich Stimmung. So oder so ähnlich gestalten sich auch die übrigen Songs. Für „Redneck Riot“ packen die Bayern zwischendurch die manische Groove-Dampfwalze aus, bolzen im toxischen „Nodeng Of Darkness“ mit bester Exodus-Energie nach vorne und kotzen sich in „Blood For The President“ richtig schön aus.

„Dädldi Dädldi Dä“ mag, gelinde gesagt, unglücklich betitelt sein, macht als wuchtiges Instrumental aber einiges her und wirkt stellenweise wie der verlängerte Arm des ellenlangen „Hell In A Cell“. Trotz knapp sieben Minuten Spielzeit halten Battlecreek die Spannung konstant hoch. Und die Bonus-Tracks? „Bomb Under Your Pillow“ wirkt mit seinem martialischen Dauergroove stellenweise überraschend modern und „Set Me Free“ zählt zu den melodischsten Songs der Band. Einzig das zwischen Thrash-Ursuppe und NWOBHM pendelnde „Turbodestroyer“ fällt qualitativ ein wenig ab.

52 herrlich abgewrackte Thrash-Minuten zwischen Dauerfeuer und präziser Groove-Arbeit machen dennoch Laune. Battlecreek versuchen gar nicht erst, das Genre-Rad neu zu erfinden, was im Grunde auch unmöglich sein dürfte. Stattdessen schüttelt das Quartett lässige Bay-Area-Referenzen aus dem Ärmel und, was noch viel wichtiger ist, reihenweise gute Songs. „Hate Injection“ macht definitiv Lust auf mehr.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.11.2016
Erhältlich über: Violent Creek Records (Soulfood Music)

Website: www.battlecreek.de
Facebook: www.facebook.com/BattlecreekThrash

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Category: Magazin, Reviews

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