Blaak Heat – Shifting Mirrors

| 15. April 2016 | 0 Comments
Blaak Heat

(c) Andrew Baxter

Hier ist eine Dreiviertelstunde, die sich wie ein anatolischer Fiebertraum über den Geist legt – so oder so ähnlich erklärt Svart Records diese Platte. Blaak Heat haben mittlerweile das Shujaa aus ihrem Bandnamen fallen gelassen und sind von Paris in die USA übersiedelt. Ihr Faible für psychedelischen Rock mit Fuzz-, Prog- und sogar Stoner-Untertönen sowie avantgardistische, abendländische Einflüsse ist ihnen aber erhalten geblieben. Auf „Shifting Mirrors“ wagen sie sich auf eine musikalische Weltreise.

Mit eindrucksvoller Präzision und einem Händchen für gute Songs hangelt sich das Trio durch dieses Kleinod. Der programmatisch betitelte Opener „Anatolia“ wird zur wilden Hetzjagd durch enge Gässchen und Märkte, während die Sonne langsam aber sicher hinter einem opulenten Palast verschwindet. Gesang spielt auf dieser Platte nur eine untergeordnete Rolle und flammt erstmals in „Sword Of Hakim“ auf. Ozzy lässt grüßen und bringt herrlich antiquierte Stoner-Doom-Gitarren mit sich. Dicke Harmonien werden wie ein zusätzliches Instrument verwendet, das bedrohlich über der dynamisch rackernden Rhythmusabteilung schwebt.

Favoriten finden sich schnell: „Black Hawk“ ist ein weiteres, episches Powerhouse mit Vocals, das angesichts seines Tempos und Drucks stellenweise gar metallische Dimensionen annimmt. Dieser Pogo aus dem Fuzz-Lehrbuch mündet schließlich in „Mola Mamad Djan“, eine weitere orientalische Entdeckungsreise mit untypischer Instrumentierung, überraschender Tempoverschärfung und Grooves, die man eher der World Music zuordnen würde.

Und doch ist „Shifting Mirrors“ stellenweise erstaunlich langatmig, gerade zum Schluss hinaus, aber auch kurz vor Album-Mitte. Schlechte Ideen per se findet man zwar nicht, wohl aber etwas zähe Gebilde oder längere Abschnitte, in denen wenig passiert. Auch wenn sich das Beobachtete im Rahmen der kompletten Platte einigermaßen relativiert – hier wäre noch was möglich gewesen. Somit melden sich Blaak Heat unter verkürztem Namen gut, stellenweise genial, aber bisweilen noch eine Spur unausgegoren zurück.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 15.04.2016
Erhältlich über: Svart Records (Cargo Records)

Website: www.blaakheatshujaa.com
Facebook: www.facebook.com/blaakheat

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Category: Magazin, Reviews

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