Port Noir – Any Way The Wind Carries

| 28. März 2016 | 0 Comments
Port Noir

(c) Björn Glasare

Wer wissen möchte, wie ein Zwischending aus Hurt und Hurts klingt, muss nur nach Schweden blicken. Von dort aus vermengen Port Noir modernen, düsteren Alternative Rock mit Prog und finsteren 80s-Weisheiten. Das liest sich ein wenig sperrig, macht aber Laune. In Flames-Frontmann Andreas Fridén erkannte das bereits frühzeitig und verpflichtete die Band im vergangenen Jahr für sein Label Razzia Notes, wo nun das zweite Album „Any Way The Wind Carries“ erscheint.

Erdrückende Schwärze und beinahe süßliche Eingängigkeit – diese höchst unterschiedlichen Zutaten machen Port Noirs Zweitling aus. Die Suche nach Hits ist schnell abgeschlossen: „Onyx“ ist in all seiner Kauzigkeit genau das. Flotte Strophen, hymnischer Refrain, große Gefühle und intensiver, stellenweise glasklarer Gesang – eine melodische Grenzerfahrung, die mit einer abschließenden Wiederholung des Chorus auf Schwedisch abgerundet wird.

Wie groß die Bandbreite der Platte ist, zeigt direkt im Anschluss „Diamond“. Glaubt man zunächst noch an eine unheilige Allianz der Deftones mit einer New-Romantic-Formation, so schält sich schnell ein forscher, eindringlicher Track aus der schwelgerischen Leichtigkeit heraus. In punkto Bedrohlichkeit bleibt „Fur,Rye“ unerreicht, das in knapp drei Minuten Muse in den Untergrund zieht und dabei freundlich lächelt. Sympathisch gestaltet sich auch der eröffnende Titeltrack – teils straighter Rocker, teils großes Drama mit einem Hauch Leprous.

Dieser eingängige, unorthodoxe Zwiespalt ist der wichtigste Begleiter von „Any Way The Wind Carries“. Dramatischer Gesang, hymnische Sonnenfinsternis, unorthodoxe Synth-Bekenntnisse – leicht machen es Port Noir neuen Hörern nun wirklich nicht, doch der Wahnsinn hat Methode. Etwas Geduld ist angesagt, denn so mancher Track entfaltet seine Wirkung erst im vierten, fünften Durchlauf. Und: unbedingt im Ganzen verzehren. Port Noir muss man sich nach diesem faszinierenden Nackenschlag definitiv merken.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.04.2016
Erhältlich über: Razzia Notes / Century Media (Sony Music)

Website: www.portnoir.com
Facebook: www.facebook.com/portnoirofficial

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Category: Magazin, Reviews

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