Mr. Bison – Asteroid

| 30. März 2016 | 0 Comments
Mr. Bison

(c) Massimiliano Londi

Cecina, ein sympathisches Städtchen in der Toskana an der italienischen Westküste. Hier hat sich ein Power-Rock-Trio niedergelassen, das mit fuzzigen Stoner-Riffs und schrägen Texten unter anderem an die Truckfighters erinnert. Mr. Bison versuchen nun aus dem Schatten der übermächtigen Schweden zu treten. Auf ihrem neuen Album „Asteroid“ ersetzen sie den Bass durch gleich zwei Gitarren, was durchaus zum eigentümlichen Auftreten der Italiener passt.

Sympathischer Akzent, prägnante Tracks und direktes, durchaus selbstironisches Auftreten: Mr. Bison lassen nichts anbrennen und sorgen bereits nach einer halben Minute für wirbelndes Haupthaar. „Black Crow“ legt nach einem kurzen Intro einen Kapitalstart hin, verbeißt sich in dicker Gitarrenwucht und lässt den Bass als Bindeglied zu den etwas platt produzierten Drums nur selten vermissen. Dafür wartet an vorderster Front ein herrlicher Stimm-Mix aus Dave Grohl und dem seligen Scott Weiland.

Mehr davon? Wer bei „Cannibal“ nicht schmunzelt, hat in diesem Genre nichts verloren. Dass es auch ein wenig fuzziger und verkopfter geht, demonstriert „Russian Roulette“ mit seiner abgedrehten zweiten Hälfte, die zwar durchaus proggigen Charme in das Geschehen einbringt, den belanglosen Track aber kaum vor der Anonymität bewahren kann. Dann schon lieber das furztrockene „Full Moon“ zwischen Blues-Riff und angedeuteten Blechbläsern oder das immer lauter, bissiger werdende „Hell“, ein herrlicher Power-Schlussakt für 35 unterhaltsame Minuten.

Insgesamt ist „Asteroid“ gutklassig, wächst aber nur selten über sich hinaus, obwohl die nötigen Anleihen dafür vorhanden wären. Die eigentümliche Doppelgitarren-Besetzung ließe ausreichend Freiraum für Experimente und wuchtige Breitseiten, doch werden diese Faktoren kaum ausgereizt. Bleibt unterm Strich ein durch die Bank unterhaltsames Rockalbum, das ein wenig Strandflair und gute Laune in den Fuzz-Mikrokosmos einbringt – solide, souverän und mit Luft nach oben.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 01.04.2016
Erhältlich über: Subsound Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/mrbisonband

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Category: Magazin, Reviews

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