Chestburster – Slime And Guilt

| 2. März 2016 | 0 Comments
Chestburster

(c) Svart Records

Dreckig, druckvoll, ungemein fies: Chestburster gibt es gleich mehrere auf diesem Planeten. Um etwas über das finnische Trio herauszufinden, braucht es Glück und Suchmaschinen-Fingerspitzengefühl. Die Herren aus Kouvola, eine Stadt ca. 130 Kilometer nordöstlich von Helsinki, machten bislang vornehmlich durch den Release von Kleinformaten aller Art auf sich aufmerksam. „Slime And Guilt“ ist ihr Debütalbum, das neben der Digital-Ausgabe auch streng limitiert auf Vinyl zu haben ist.

Schweiß, Leidenschaft und Musikalität tropfen aus jeder Pore dieses düsteren Kleinods, einer lauten, geradezu noisigen Schnittmenge von finsterem Rock’n’Roll und ausuferndem Sludge. „Faces In The Rain“ eröffnet mit beschwörendem Riff und ähnlich wild gestikulierendem Gesang. Eine Spur Danzig hier, ein Hauch von Venom da, fertig ist der Anti-Elvis, der sich Type O Negative artverwandt fühlt und die erfrischende Direktheit von Mantar mit dem Fatalismus von Grave Pleasures begeisternd kreuzt. Natürlich versinkt dieser Track, je länger er dauert, in scheppernden Noise-Schleifen; stellvertretend für die Selbstauflösung dieser Platte.

Sämtliche Referenzen außer Acht gelassen, macht „Slime And Guilt“ schlicht und ergreifend von vorne bis hinten richtig Laune. „Rojo Sangre“ verspricht abgedrehte Rock-Gesten in den Strophen, bevor die Gitarre in punkige, gelegentlich gar an die Melvins erinnernde Gefilde entführt. Chestburster können aber auch Endlosschleifen: „Gas Station Pilgrim“ unterhält durchgehend, obwohl es an der Zehn-Minuten-Marke kratzt. Das überraschende, klare Gitarrensolo im Mittelteil passt eher zu den Rock-Legenden der 60er und 70er. Rundherum regieren weiterhin Chaos, Finsternis und destillierte kaputte Energie.

Mit vergleichsweise übersichtlichen Mitteln und der ungezähmten Power eines wilden, furiosen Trios kreieren Chestburster muffige, gleichermaßen eingängige Songs zwischen Düsternis-Rock und feinsinnigem Sludge-Noise-Konglomerat. Anders gesagt: Ob in bissiger Kürze, dem getragenen Midtempo-Bereich oder in überraschend epischen Dimensionen, „Slime And Guilt“ unterhält von der ersten bis zur letzten Minute mit einer gelungen Gradwanderung zwischen Underground und mittelgroßer Club-Bühne.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.03.2016 (digital / lim. Vinyl)
Erhältlich über: Svart Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/the-true-Chestburster-286617078124892

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Category: Magazin, Reviews

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