Shining (NOR) – International Blackjazz Society

| 14. Oktober 2015 | 0 Comments
Shining (NOR)

(c) Spinefarm Records

Norwegens Shining haben einen eigenen Sound kreiert: Blackjazz, eine angenehm schwierige, kopflastige Mischung aus Jazz und verschiedensten Metal-Genres, gelegentlich mit elektronischem Einschlagv versehen. Längst zu Kritikerlieblingen aufgestiegen, lässt sich das Quintett um Songwriter und Multiinstrumentalist Jørgen Munkeby nicht lumpen, sondern vertieft seinen Sound weiterhin konsequent. „International Blackjazz Society“ ist das neue Ausrufezeichen der herrlich wirren Veteranen.

Konsequent ist das, was das Quartett macht, allemal. Der kurze, instrumentale Auftakt „Admittance“ packt das mörderische Saxophon aus und dreht 65 Sekunden lang komplett am Blackjazz-Rad, bevor der vielleicht größte Hit des neuen Albums einsetzt. „The Last Stand“ klingt wie die Antwort der Norweger auf Nine Inch Nails mit seinen Industrial-Loops, straighten Drums und ordentlich Dreck am Rührstab. Reznor lässt größen, wenn sich Munkeby und Konsorten in diesen bissigen, treibenden Track mit überlebensgroßem Refrain stürzen – gleichermaßen geradlinig, radiotauglich und doch so verdammt gut.

Dass Shining nichts von ihrem gepflegten Wahnsinn eingebüßt haben, zeigt das Behausungs-Doppel. Zunächst rotiert „House Of Warship“ mit feinstem Jazz Metal über wilde Saxophon-Improvisationen und mutiert zum abgedrehten Derwisch, bevor das nicht enden wollende, fiese „House Of Control“ schwermetallische Gänsehaut erzeugt und aus dem Nichts einen bewegenden, von Streichern in Szene gesetzten Chorus mit Klargesang auspackt. Zwischendurch nimmt „Last Day“ noch alte Ministry-Fans mit und drückt ihnen ein paar schüchterne Jazz-Improvisationen aufs Auge.

Zwar gelingt es den Norwegern nicht, die Extraklasse über die gesamte Spieldauer zu halten, aber das wäre angesichts ihres Improv-lastigen Sounds auch eine kleine Überraschung gewesen. „International Blackjazz Society“ festigt Shinings Ruf als vielleicht eingängigste Metal-Weirdos diesseits des Atlantiks mit einer Reihe bockstarker Tracks und Melodien, kaputten Jazz-Vorstellungen und der geballten Wucht vierer Herren, die sich und ihre Musik mittlerweile bestens kennen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.10.2015
Erhätlich über: Spinefarm Records (Universal Music)

Website: www.shining.no
Facebook: www.facebook.com/shiningnorway

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Category: Magazin, Reviews

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