Sacri Monti – Sacri Monti

| 5. August 2015 | 0 Comments
Sacri Monti

(c) Tee Pee Records

Die Gitarre weint. Mal laut, mal leise, stets präsent, zumeist dominant. Aus ellenlangen Jams entwickelte sich der Sound von Sacri Monti. Das Quintett mit überwiegend kalifornischen Wurzeln versteht sich auf 70s-Gitarren-Rock, der sich vor allem in psychedelischen, fuzzigen und bluesigen Auswüchsen äußert. Nach einer ersten Demokassette griff Tee Pee Records zu, wo nun das schlicht „Sacri Monti“ betitelte Debütalbum in herrlich verworrene, ausladende Gefilde entführt.

Sacri Monti lassen sich treiben, und das ein komplettes Album lang mit bis zu zwölf Minuten langen Spitzen. Die Kunst, sich von Sekunde zu Sekunde weiter in einen regelrechten Rausch zu spielen, liegt den fünf Musikern hörbar. Brenden Dellars Gesang wird zum Begleitphänomen, zu einem weiteren Instrument dieser nie enden wollenden Jam-Session. Exemplarisch sei der überragende Opener „Staggered In Lies“ herangezogen, der sich in kürzester Zeit zu schweißtreibenden, abgehagenen Psychedelic-Klängen vorarbeitet und Riffwände auf die im Hintergrund wabernde Orgel treffen lässt. Gerade der nicht enden wollende Soloteil zum Schluss raubt schließlich den Verstand.

In ähnlichen Gefilden mit seltenen Hängern und grandiosen, treibenden Gitarrenwänden – siehe und höre beispielsweise das zunächst fieberhaft rockende, dann beinahe proggige abfallende „Sitting Around In A Restless Dream“ mit herrlichem Freeway-Feeling – spielt sich auch der Rest des Albums ab. Sacri Monti malträtieren ihre Instrumente und zelebrieren das Muckertum, haben dabei aber Herz und Hirn, um immer wieder grandiose Retro-Melodien gen Fußvolk zu schmeißen. Freunde der allmächtigen Gitarre mögen sich vor diesem begeisternden Erstling verbeugen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.08.2015
Erhätlich über: Tee Pee Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/sacrimontiband

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Category: Magazin, Reviews

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