Ereb Altor – Nattramn

| 18. April 2015 | 0 Comments
Ereb Altor

(c) Cyclone Empire

Über die letzten Jahre gesehen, haben Ereb Altor eine interessante Entwicklung mitgemacht, die sie mehr und mehr hin zu epischem Viking Metal im besten Bathory-Sinn mit erhöhtem Black-Metal-Anteil getrieben hat. Tatsächlich war „Fire Meets Ice“ ein angenehm ruppiges, schroffes Werk mit großen Hymnen und ordentlicher Breitenwirksamkeit. Isole machen aktuell wieder Pause, also dürfen die nun zum Quartett erstarkten Epiker mit „Nattramn“ abermals in der nordischen Mythologie wildern.

Somit darf man sich zwar mittlerweile keine bedeutenden Überraschungen erwarten, wohl aber eine Reihe an richtig starken Tracks mit gewohnt hohem Hymnenfaktor. „Midsommarblot“ eröffnet diese insgesamt zu kurze Platte nach einem kleinen Intro mit monumentalen Melodien, dezenten Referenzen zwischen Enslaved und Borknagar, sowie besonders erhabenem Auftreten mit packendem Klargesang. Herrlich behäbig schreiten die Herrschaften voran, lassen Gebirgsmassive entstehen und betonen dabei die melodisch-epische Seite dieser Platte.

Schroff wird es erst im Anschluss, wenn sich der manische Titeltrack „Nattramn“ zu wütendem Black Metal-Gestampfe erhebt. Auf Keyboard-Pathos und klirrend kalte Gitarrensoli wird dabei ebenso wenig vergessen wie auf kurze Abschnitte der Hoffnung. Ebenfalls eine Erwähnung wert ist der mächtige Rausschmeißer „The Nemesis Of Frei“ mit seiner unerwarteten Pause, hektischem Geballer und Klagegesang, während „Dark Waters“ typisch skandinavische Bosheit in ein Midtempo-Stomper-Outfit zwängt.

Wahrhaftig, revolutionäre Neuerungen darf man sich von „Nattramn“ nun wirklich nicht erwarten, was aber auch keineswegs nötig ist. Stattdessen konsolidieren sich Ereb Altor auf hohem Niveau und knüpfen nahtlos an das bereits starke „Fire Meets Ice“ an. Mehr Black Metal, mehr Epik, mehr Melodien, mehr Viking Metal, mehr Bathory – Ereb Altor wollen und bieten alles auf einmal, ohne dabei auch nur für eine Sekunde zu langweilen. Größtes Manko ist die viel zu kurze Spielzeit von ca. 42 Minuten (ohne Intro reicht es gar kaum für die 40-Minuten-Marke), was für die Schweden und ihr monumentales Klangerlebnis einfach zu wenig ist.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.04.2015
Erhätlich über: Cyclone Empire (Soulfood Music)

Website: www.erebaltor.com
Facebook: www.facebook.com/ErebAltorOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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