Sorcerer – In The Shadow Of The Inverted Cross

| 20. März 2015 | 0 Comments
Sorcerer

(c) Hasse Linden

Im Epic Doom-Feld galten Sorcerer lange Jahre als Kultband; eine Band, die es nie über zwei Demotapes hinausschaffte – die wohlweislich immer wieder aufgelegt wurden – und sich bereits 1992 auflöste. Als die Schweden 2010 für einen Auftritt beim deutschen Voice of Doom-Festival angefragt wurden, fand man sich wieder zusammen. Das Lineup – unter anderem mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Tiamat, Lion’s Share, Sundown und Therion – ist mittlerweile stabil, mit „In The Shadow Of The Inverted Cross“ erscheint 27 Jahre nach Bandgründung nun das Debütalbum.

„The Dark Tower Of The Sorcerer“ gibt das (fehlende) Tempo vor und baut binnen kürzester Zeit schwerfällige, süffige Doom-Gefilde auf, die deutlich in klassischen Metal-Klängen verwurzelt sind. Goldkehlchen Anders Engberg ist das Prunkstück des Quintetts. Der gute Mann wäre bzw. ist wunderbar im Power Metal-Sektor aufgehoben, packt gelegentlich auch schon mal ein wenig Dreck auf seine Stimmbänder. Rasiermesserscharfe Gitarrenarbeit, feine Soli und ein hymnischer Refrain machen aus diesen gut sechs Minuten ein kleines Kunstwerk.

Gelegentlich schweifen Sorcerer voll und ganz gen Power Metal ab – eine gefährliche Gratwanderung, mit der sich unter anderem In Aevum Agere in der jüngeren Vergangenheit nicht nur Freunde gemacht haben. „Exorcise The Demon“ wird über weite Strecken durchaus zur Zerreißprobe, rettet sich aber durch gutes Songwriting. „The Gates Of Hell“ hält sich vergleichsweise kurz und packt seinen Bombast in energiegeladene Selbstgefälligkeit für einen schwierigen, wohl aber unterhaltsamen Winner. Die Epen „Lake Of The Lost Souls“ und „Prayers For A King“ beseitigen große Teile der Zweifel über die musikalische Ausrichtung.

Und doch lullt „In The Shadow Of The Inverted Cross“ über weite Strecken ein, macht sich mit so mancher Kitschigkeit das Leben selbst ein wenig schwer und rückt die Doom-Anteile gelegentlich zu weit in den Hintergrund. Letztlich kriegen Sorcerer aber immer die Kurve und zeigen besonders in den längeren, epischen Tracks, wo der Hammer hängt mit verführerischen Melodien, ausdrucksstarken Vocals und hörbarer Erfahrung. Der ganze große erhoffte Wurf ist dieses erste Album aber (noch) nicht.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 20.03.2015
Erhätlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: www.sorcererdoom.com
Facebook: www.facebook.com/sorcererdoom

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Category: Magazin, Reviews

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