Primordial – Where Greater Men Have Fallen

| 20. November 2014 | 0 Comments

Primordial

Seit der Veröffentlichung von „To The Nameless Dead“ 2007 sind Primordial im Metal-Mainstream angekommen und nahmen seither alles mit, was sich ihnen anbot. Zwischen Paganfest, desaströser Athen-Show, Beinahe-Kollaps und Neubeginn zeigen sich die Iren gestärkt – „Redemption At The Puritan’s Hand“ zeugte vor drei Jahren bereits davon. Mit „Where Greater Men Have Fallen“ soll sich vor allem am Sound etwas ändern; nicht etwa die musikalische Ausrichtung – die Mannen um A.A. Nemtheanga wollen ihr druckvolles Live-Auftreten endlich auch auf Platte bannen.

Entsprechend übersichtlich gestalten sich musikalische Neuerungen, was aber auch kein Fehler sein soll. Längst haben die Iren ihren hymnischen, schwerfälligen, nachdenklichen Sound mit herrlichem Bezug zu irischer Tradition und Geschichte, dem Nemtheanga als Chefprediger vorsteht, gefunden. Entsprechend wuchtig, bewegend und doch atemberaubend gestalten sich die acht neuen Tracks, natürlich in bewährter Überlänge gehalten. Überraschungen darf man sich keine erwarten, wohl aber eine Serie an überlebensgroßen Songs.

Der Titeltrack „Where Greater Men Haven Fallen“ eröffnet das mittlerweile achte Studioalbum stilvoll mit klirrender Kälte und rührender Schwerfälligkeit. Nach einer Minute gibt der Frontmann das Startsignal. In Windeseile – für Primordial-Verhältnisse – arbeitet sich das Quintett durch das musikalische Dickicht, getragen von Nemtheangas klagenden, intensiven Vocals und einem gewohnt hymnischen, mächtigen Refrain. Besonders stark an diesen acht Minuten sind die sägenden, frostigen Gitarren – herrlich gleichförmig und doch so gewinnbringend eingesetzt, gerade in Kombinaton mit dem fuchsigen Fußpedal im letzten Drittel.

In dieser Gangart geht es weiter, sogar mit einem echten Sprinter. „The Seed Of Tyrants“ knüpft in gerade einmal fünfeinhalb Minuten Spielzeit ein wenig an die älteren Primordial-Alben an, wird ungewohnt schwarzmetallisch und gerade deswegen spektakulär. Nicht minder unorthodox: „Born To Night“, das mehr als ein Drittel seiner neun Minuten auf instrumentales Vorgeplänkel verschwendet, dann dafür Rock’n’Roll-Riffs mit zackigem Folk Metal kombiniert. Der abschließende Folk-Doom von „Wield Lightning To Split To Sun“ rührt schließlich zu Tränen. Hier sacken Jahrhunderte irischer Geschichte leblos in sich zusammen.

Gewohnt wuchtig, gewohnt intensiv – dennoch schleicht sich bei Primordial keineswegs Routine ein. „Where Greater Men Have Fallen“ spannt noch stärker als sein Vorgänger den Bogen zu den ersten Alben der Bands, gibt sich in seiner Gesamtheit roher und ursprünglicher, vergisst dabei aber keineswegs auf folkloristische Einflüsse und jene beklemmende, kathartische Hymnen, wie sie nur die Iren zustande bringen. Abermals kratzen Primordial am modernen Klassiker mit einer Serie an Alben, die sie mehr und mehr als eine der besten Metalbands der letzten beiden Dekaden etabliert.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 21.11.2014
Erhätlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: www.primordialweb.com
Facebook: www.facebook.com/primordialofficial

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Category: Magazin, Reviews

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