Moss – Horrible Night

| 12. März 2013 | 0 Comments

Moss

Ohrenbetäuber Lärm und Futter für die Abgründe der menschlichen Seele – wenn Moss ans Werk gehen, bleibt kein Stein auf dem anderen. Das Trio aus dem britischen Southhampton ist seit 2000 gemeinsam unterwegs mit ihrem brachialen Drone’n’Doom-Gebräu, das ihnen bereits Kultstatus eingebracht hat. Dennoch liegt das letzte Studioalbum „Sub Templum“ bereits einige Zeit zurück, die Funkstille wird nun durchbrochen. „Horrible Night“ entspricht seinem Titel und zeigt die Briten in Bestform.

Bereits mit der ersten gespielten Note dieses Albums gelingt Moss ein ungebremster Schlag in die Magengruben ihrer Hörerschaft. „Horrible Night“ eröffnet das gleichnamige Album mit vertrauten Klängen. Olly Pearsons klarer, im Vergleich zu den stark entstellten und verzerrten Songs geradezu ätherischer Gesang schwebt wie auf Wolken über dem Arrangement, gesäumt von Doom der langsamsten Art, angesichts der Distortion-Note und dem insgesamt brachialen Auftreten mit massivem Drone-Einschlag gesäumt. Überlänge ist natürlich Pflicht, abgesehen vom Zwischenspiel „Dreams From The Depths“ ist „Bleeding Years“ mit einer Spielzeit von „nur“ sieben Minuten der mit Abstand kürzeste Song dieser Platte.

Abwechslung gibt es nur ob der unterschiedlichen Riffs, die im Zeitlupentempo aus den Boxen tönen, sowie den minimalistischen Gitarrensoli aus Noise-Sümpfen, die in etwa so klingen, als würde man einen alten, quietschenden Sarg betont langsam öffnen („I Saw Them That Night“). Vor allem ist man gefährdet, sein Essen zu verlieren ob der Intensität der Rhythmusabteilung. Jeder Song beginnt mit einer Druckwelle, einem Tiefschlag für die menschliche Verdauung, einem schwarzen Blitz, der direkt in die Untiefen der Seele einschlägt. „Horrible Night“ ist ein musikgewordener Albtraum, ein Leckerbissen für Drone Doom-Fans, Slowfood im besten Sinn. Wer mit diesem Genre nichts anfangen kann, macht sowieso einen weiten Bogen darum. Moss zeigen hingegen, dass man sie zurecht vermisst hat – ein ohrenbetäubendes Manifest des Schmerzes.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.03.2013
Erhätlich über: Rise Above Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/mossdoomcult

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Category: Magazin, Reviews

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