Black Country Communion – Afterglow

| 25. Oktober 2012 | 0 Comments

Black Country Communion

Aufs Altengleis lassen sich Black Country Communion nicht schieben. Die Allstar-Truppe um Glenn Hughes, Joe Bonamassa, Derek Sherinian und Jason Bonham war erneut im Studio, um das dritte Album binnen 25 Monaten aufzunehmen. Dabei hat man sich dieses Mal nach eigenen Angaben etwas mehr Zeit gelassen, damit Bonamassa sein Soloalbum „Driving Towards The Daylight“ promoten konnte. Natürlich bietet auch der Drittling „Afterglow“ klassischen Hard Rock mit schwerer Blues-Note, natürlich begeistert auch diese Platte von vorne bis hinten.

Bonamassa hatte nicht nur Zeit, seine Solo-Platte zu promoten, er ist dieses Mal auch öfter am Mikrophon zu hören. Besonders prominent tritt der Blues-Gitarrist in „Cry Freedom“ auf, ein Duett mit Frontmann Glenn Hughes. Die beiden ergänzen sich hervorragend, das klassische Rockflair kommt den Herrschaften entgegen, dazu ist die Gitarrenarbeit – welch Überraschung – allererste Sahne. Black Country Communion lehnen sich ein wenig weiter aus dem Fenster und wiederholen nicht etwa stur ihre beiden ersten Platten, wagen aber ebenso wenig einen krassen Neuanfang. Der Opener „Big Train“ mit seinen verspielten U2-Gitarren zu Beginn, dem beseelten Chor im Refrain und den donnernden Drums schielt gar gen Moderne, schweift gelegentlich in die 80er Jahre ab.

Highlights gibt es en masse: „Common Man“ arbeitet mit klassisch bluesigen Question & Answer-Passagen, wirkt beinahe schwülstig-jazzig und bietet den Instrumentalisten jeglichen nötigen Platz, um sich vollends entfalten zu können. „Dandelion“ punktet als klassischer, direkter Rocker – schnörkel- und kompromisslos, unverschämt eingängig, ja sogar radiotauglich. Es sind aber vor allem die längeren Tracks, in denen Black Country Communion glänzen. „Afterglow“ braucht zwar sehr lange, bevor es in die Gänge kommt, dazu ist der abermalige Led Zeppelin-Bombast nur bedingt mit schwacher Queen-Note zu vereinbaren, doch ein „The Circle“, unterkühlt bluesig, dazu von Hughes grandiosen Rockröhre getragen, gehört mit den besten Rock-Tracks des Jahres. Alleine Bonamassas ellenlanges Gitarrensolo verdient die Höchstnote.

Natürlich geht es zwischenzeitlich auch mal ein wenig ruhiger zu, obligatorisches Füllmaterial hält die Platte zusammen, fällt qualitativ aber nicht zu weit ab. Es verhält sich mit „Afterglow“ wie bei den beiden Vorgängern: starke Songs, saubere Retro-Zeitreise, ein paar solide Nettigkeiten zwischendurch und vier Ausnahmemusiker, die perfekt miteinander harmonieren. Black Country Communion haben sich endgültig eingesperrt und liefern erneut auf den Punkt. Wer die Vorgänger mochte, wird auch „Afterglow“ lieben.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 26.10.2012
Erhätlich über: Mascot Records (Rough Trade Distribution)

Website: bccommunion.com
Facebook: www.facebook.com/bccommunion

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Category: Magazin, Reviews

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