Cocks Arquette – Cocks Arquette

| 3. September 2012 | 0 Comments

Cocks Arquette

Was höllisch klingt und aussieht, kommt natürlich aus den tiefsten Tiefen der Unterwelt. Gut, das vielleicht nicht, aber zumindest aus Down Under. Cocks Arquette, die 2006 als Duo begonnen haben und mittlerweile zu einem Quintett angeschwollen sind, haben ihre Heimat im sonnigen, heißen Melbourne, doch das australische Klima schlägt sich keineswegs auf ihren Sound nieder. Man zockt fiesen, Nerven zehrenden Noise Rock mit einem Hang zu experimentellen, zuweilen auch elektronischen Klängen, die vornehmlich an die Substanz gehen. Ihr schlicht „Cocks Arquette“ betiteltes Debütalbum erscheint nun auch in Europa.

Eine Einteilung in drei Songs (plus kurzes Intro) ist zwar vorhanden, im Prinzip jedoch überflüssig, da man die einzelnen Tracks wiederum problemlos unterteilen bzw. die gesetzten Grenzen verwischen könnte. Dabei geht es vor allem darum, möglichst lange durchzuhalten. Die 100 Sekunden Kakophonie zum Auftakt von „This Changes Nothing“ machen dieses Unterfangen besonders schwierig. Es knarzt, hallt, schreit, quietscht und quäkt durch eine martialische Synthesizer-Wand – kaum auszuhalten, kaum zu bändigen. Dass sich dahinter, nach überraschend flottem, post-punkigem Auftakt, ein scharfkantiges Monster mit Melvins-Schlagseite und sich gegenseitig in die Knie zwingenden Gitarren wartet, bekommt man nur mit der entsprechenden Ausdauer mit.

Es lohnt sich jedoch, am sprichwörtlichen Ball zu bleiben, die wilden Attacken über sich ergehen zu lassen und in das gelegentliche Auge des Sturms (der Shoegaze-Mittelteil von „Pointlessly Vindictive“) zu blicken. „Then Leave“ als finaler Akt kommt schwer aus den Puschen, doch auch hier lohnt es sich, den sperrigen Aufbau mit besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Das Psychoterror-Finale macht jede investierte Minute lohnenswert. Am Ende ist man froh, „Cocks Arquette“ überstanden und die magischen Momente genossen zu haben; so froh, dass man gleich den nächsten Durchlauf wagt. Das Debüt der Australier ist Survival-Modus pur, schießt in erwähnten zähen, schrillen Momenten über das Ziel hinaus und ist in seinen zahlreichen Höhepunkten doch überzeugend genug, sich all das noch einmal anzutun. Und wieder. Und wieder. Und wieder…

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 07.09.2012
Erhätlich über: OSCL Records

Facebook: www.facebook.com/cocksarquette

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Category: Magazin, Reviews

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