Svölk – Nights Under The Round Table

| 29. August 2012 | 0 Comments

Svölk

Erst im vergangenen November, vor etwas mehr als neun Monaten, debütierten Svölk international mit „Svölk ‚Em All“, einer Neuauflage ihres eponymen Einstands aus dem Jahr 2009. ‚Bear Metal‘ nennen sie ihren Sound immer noch, eine recht bekömmliche Mischung aus Southern Metal und Stoner Rock, die so überhaupt nicht norwegisch klingen mag, wohl aber perfekt zu ihrem Label passt. Von einem Schnellschuss kann im Fall von „Nights Under The Round Table“ (höhö…) also keineswegs die Rede sein, wobei sich eine Frage aufdrängt: Gibt es so etwas wie ‚bärige‘ Übersättigung nach dieser überlangen Schwangerschaft?

Vertraute Töne sorgen zumindest dafür, dass man sich den Vorgänger in angenehme Erinnerung ruft und erste Parallelen herstellt. „Living By The Sword“ eröffnet das Album als bissiger Midtempo-Tempo-Rocker mit hymnischem Mustasch-Refrain und obligatorischer Black Sabbath-Note. Bereits hier zeigt sich, dass Svölk, wenn überhaupt, noch eine Spur ‚klassischer‘ klingen und den Stoner-Wurzeln genauestens auf der Spur sind. Potentielle Nackenbrecher setzt es im Akkord: „Twentyfourtwenty“ als verspielter Rocker mit verkopftem Jam-Mittelteil und ein wenig Chaos macht unheimlich Laune, dazu stimmt bei „Bearserk“ vor allem die Dynamik mit beinahe proggiger Note zum Schluss hinaus. „Feed Your Soul“ tritt stellenweise sogar das Gaspedal vorsichtig durch, entpuppt sich als Testosteron geschwängerter Hit des Albums.

Und doch schleichen sich leise Zweifel ein. Kommt das Material tatsächlich an den Vorgänger heran? Natürlich stimmen die Riffs, wirkt das Auftreten kompakt, noch retrohafter, noch rockiger. Dass sich gewisse Strukturen und Melodien wiederholen, versteht sich von selbst, trübt den Gesamteindruck ein wenig. Dazu kommt das fehlgeschlagene Experiment „Fallen“, ein weit über sieben Minuten langer Doom-Track, der unfertig, gerade im Wechsel zum Queens Of The Stone Age-Break unerwartet holprig wirkt. Weniger ist manchmal doch mehr, denn wenn sich Svölk auf das Wesentliche konzentrieren, sind sie mächtig. „Nights Under The Round Table“ fehlt der leicht metallische Arschtritt des Vorgängers. Einige starke Stoner-Songs ‚retten‘ die Platte jedoch, machen sie zu einem sicheren Genre-Blindkauf, der sich auch lohnt; selbst mit Ausschussware.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 31.08.2012
Erhätlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: www.svolk.net
Facebook: www.facebook.com/svolk666

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Category: Magazin, Reviews

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