Zodiac – A Bit Of Devil

| 21. Mai 2012 | 0 Comments

Zodiac

Für Retro-Bands ist es oft schwierig, eine eigene Identität in den Untiefen von klassischen Riffs und längst etablierten Genres zu finden. Zodiac aus Münster versuchen es zumindest. Das Quartett um Long Distance Calling-Schlagzeuger Janosch Rathmer, 2010 gegründet, hat sich ganz und gar dem Hard- und Blues-Rock der 70er Jahre verschrieben. Ihre im vergangenen Jahr veröffentlichte EP brachte den deutschen Nachbarn zu Recht euphorische Kritiken ein, das Debütalbum „A Bit Of Devil“ – eigentlich kann man doch nie genug Satan haben – bestätigt die Vorschusslorbeeren nun auf souveräne Art und Weise.

Mit einem an Black Sabbath (und damit an den einen oder anderen Song der Aachener Burden) erinnerndes Riff eröffnet der Titeltrack „A Bit Of Devil“ das gleichnamige Album. Aus der Sabbath-Finte macht die rauchige Stimme Nick van Delfts in Windeseile einen herrlichen Hard-Rocker mit dezenter Thin Lizzy-Schlagseite, der mal eben so The Devil’s Blood zeigt, wie man anständige Melodien schreibt. „Carnival“ setzt sogar noch einen drauf, erhöht das Tempo ein wenig und punktet mit doppelzüngigen Gitarrenattacken. Highlight ist jedoch das bluesige Gitarrensolo, für das das Tempo komplett herausgenommen wurde. Stellenweise riecht es gar ein wenig jazzig.

Ausfälle sucht man vergebens, ein echter Überhit drängt sich jedoch ebenso nicht auf. Aus dem vermeintlichen Manko machen Zodiac jedoch eine Tugend, halten das Niveau konstant hoch und lassen das launische „Horror Vision“ neben dem Led Zeppelin-Rocker „Diamond Shoes“ (das eine oder andere Riff erinnert gar an „Communication Breakdown“) in harmonischer Zwietracht agieren. Beeindruckend ist ebenso, wie das Quartett aus Münster im zehn Minuten langen Finale „Coming Home“ die Spannung hochhält, keine Spur von Langatmigkeit erkennen lässt und einmal mehr mit mächtigen, schwer atmenden Gitarrensoli brilliert. Hier spürt man Emotion und Liebe zur Musik in jeder Note.

Nicht ganz ohne Risiko ist „Blue Jean Blues“, im Original von ZZ Top. Anstatt jedoch an der texanischen Hürde zu scheitern, verleihen Zodiac dem episch anmutenden Blues-Rocker eine eigene Note, was nicht zuletzt an Nick van Delft liegt, einem wahren Meister seines Fachs. Seine raue, kraftvolle Stimme strahlt eine gewisse Magie aus, passend zur abermals herausragenden Gitarrenarbeit. Natürlich ist „A Bit Of Devil“ gespickt mit Querverweisen auf Black Sabbath, Thin Lizzy und Led Zeppelin, die Größen der 70er Jahre. Was das Zodiac-Debüt jedoch so wertvoll macht, ist nicht nur die eigene musikalische Vision und van Delfts mächtige Präsenz, sondern das authentische Auftreten von der ersten bis zur letzten Sekunde. Auch ohne Übersong ist „A Bit Of Devil“ für Freunde klassischer Rockmusik essentiell und uneingeschränkt empfehlenswert.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.05.2012
Erhätlich über: Honest Hound Records (Cargo Records)

Website: www.zodiac-rock.com
Facebook: www.facebook.com/zodiac.rock

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Category: Magazin, Reviews

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