As You Drown – Rat King

| 7. Oktober 2011 | 0 Comments

As You Drown

Wer befürchtet (oder gehofft) hat, As You Drown würden nur einen Sommer lang ballern, darf sich nun mit Nachschub auseinandersetzen. „Reflection“ war vor zwei Jahren ein wuchtiges Debütalbum für die fünf Schweden um Brüllwürfel Henrik Blomqvist, dessen fantastisches Gekeife perfekt zur infernalen Todesstahl-Melange zwischen Florida, Göteborg und Holland passte. Die Stilsuche zwischen eben jenen Extremen scheint nun abgeschlossen zu sein mit einem simplen Ergebnis fernab jeglicher Schubladierung – Hauptsache abwechslungsreich und einschüchternd. Auf ihrem Zweitling „Rat King“ wagen die Schweden einen kleinen Abstecher ins mittelalterliche und frühneuzeitliche Deutschland.

Hintergrund sind die sogenannten ‚Rattenkönige‘, das sind an den Schwänzen verknotete oder verklebte Ratten, die man unter anderem für den Ausbruch und die Verbreitung der Pest verantwortlich machte. Entsprechend fies und druckvoll gehen die Schweden zu Werk, wenn sie mit „Conqueror“ erstmals abheben. Knüppelharter Anfang, viel Groove zwischendurch und ein wenig Dismember-Geknüppel zum Drüberstreuen – es kann so einfach sein, zumal besagter Henrik Blomqvist wie ein Besessener gurgelt. Stets haben sie den Schwarzen Tod in Hintergedanken, beschwören in „You Should Be Paranoid“ Angst und Terror herauf und zerlegen mit klassischen At The Gates-Grooves mal eben prominente Kollegen und giftige Nager zur Hauptreinigung.

Mit Ausnahme des kurzen Interludes „The Coming“ sucht man Verschnaufpausen vergebens; im Gegenteil, As You Drown scheinen die Schlagzahl konstant zu erhöhen. „Your Loyal Betrayer“ packt einmal mehr die Groove-Walze aus, dreht gelegentlich die Trigger hoch und sorgt für ein verstörendes Rasseln in den Ohren. „Bleeding Structure“ hingegen bezieht seine Inspiration aus den großen Göteborger Schwedentod-Vorbildern, baut einen Hauch von Melodie und fiese Squeals (Ratten, anybody?) ein, bevor „Cleansing Hands“ nach einem kurzen Break mittendrin gar dezent in Richtung blackige Klänge die finale Todeskeule schwingt – Nackenwirbel-Starre inklusive.

Im Prinzip sind As You Drown ein kleines Bisschen gewachsen, ohne sich zu krass zu verändern oder gar alles einzureißen. Die Stil-Pluralität ihres Debüts bleibt auf „Rat King“ gehalten, wobei statt einer Suche nach dem eigenen Sound kompromissloser geballert, gegroovt und gegöteborgt – ein Partizip, auf das die deutsche Sprache viel zu lange warten musste – und jede Facette mehr Platz eingeräumt wird. Entsprechend druckvoller und präziser klingen die Schweden auf ihrem zweiten Album, das sich einmal mehr als Death Metal-Leckerbissen erweist.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.10.2011
Erhätlich über: Metal Blade (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/asyoudrown
Myspace: www.myspace.com/asyoudrownsweden

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Category: Magazin, Reviews

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