Crossfade – We All Bleed

| 20. Juli 2011 | 0 Comments

Crossfade

Wie ihre Label-Kollegen Cold feiern auch Crossfade aus South Carolina ihr Comeback. Wurde das selbstbetitelte Debütalbum noch kräftig abgefeiert, so erfreute sich der Zweitling „Falling Away“ doch eher mäßiger Begeisterung. Nun, fünf Jahre später, haben sich die Jungs auch nach diversen Rückschlägen nicht unterkriegen lassen und kehren mit „We All Bleed“ wiedererstarkt zurück.

Die ersten Minuten machen deutlich, dass sich über die Jahre mächtig viel Frust angestaut haben muss. Überraschend heavy, düster und – man höre und staune – progressiv präsentiert sich das Quartett auf ihrem neuen Silberling. Das Album strotzt vor tonnenschweren Riffs, fesselnden Solos und ehrfurchtgebietende Gesangslinien. Bereits beim Opener „Dead Memories“ geht’s ordentlich in die Vollen – auf einen Hieb sieht das gesamte letzte Album wie eine Pop-Platte aus. Die bereits vorab erhältliche Single „Killing Me Inside“ zeigt die Band von einer schleppenden, fast schon doomigen Seite. Der Instrumental-Teil mit seinem verzerrten Solo trägt zusätzlich zur beklemmenden Stimmung bei.

Das folgende „Prove You Wrong“ wirkt mit dem übermäßigen Einsatz an elektronischen Samples etwas komisch, punktet aber mit einem eingängigen Refrain. Bei Düster-Rockern wie „Lay Me Down“ und (vor allem) „Suffocate“ schießen einem ab und an Bands wie Tool und sogar Katatonia in den Kopf. In der Ballade „Dear Cocaine“ rechnet Ed Sloan offenkundig mit seiner Drogensucht ab. Bei aller Heaviness gibt es mit „I Think You Should Know“ auch eine radio-taugliche Ballade. Überraschungen findet man hier zwar keine, aber dafür brilliert Sloan mit unglaublich emotionsgeladenen Vocals. Beim druckvollen „We All Bleed“ lassen Katatonia wieder einmal grüßen. Der zehnminütigen Rausschmeißer „Make Me A Believer“ braucht zwar etwas Starthilfe, trifft nach Minute zwei aber dann voll auf die Zwölf.

Crossfade lassen auf „We All Bleed“ den Großteil der amerikanischen Alternative Rock-Szene ganz schön alt aussehen. Klar, dass ihre Experimentierfreudigkeit nicht jedermanns Sache ist. Wer sich hier ein 08/15-Album der Marke Nickelback und Hinder erwartet, wird enttäuscht werden. Rocker und Metaller, die ihre Fühler gerne mal über den Genre-Tellerrand hinausstrecken, sollten hier unbedingt reinhören.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.07.2011
Erhältlich über: Eleven Seven Music (EMI Music)

Homepage: www.crossfadeband.com
Facebook: www.facebook.com/crossfadeband

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Category: Magazin, Reviews

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