Lamb Of God – Into Oblivion

| 12. März 2026 | 0 Comments
Lamb Of God

(c) Travis Shinn

Über die mittlerweile legendären Lamb Of God muss man nach über drei Jahrzehnten wohl keine großen Worte mehr verlieren. Randy Blythe und Konsorten sind echte Dauerbrenner im weiten Thrash- und Groove-Universum, Dauergäste in oberen Album-Charts-Regionen und zudem für Kompromisslosigkeit in Musik und Texten bekannt. Auf ihrer ersten Platte seit dreieinhalb Jahren sollte es einerseits zurück zu den Wurzeln gehen, während andererseits der eigene Sound gezielt erweitert wurde. Zudem ist „Into Oblivion“ (dt. „in Vergessenheit“) als unmissverständliches Statement zum zunehmenden gesellschaftlichen und sozialen Verfall zu verstehen, speziell in den USA.

Der eröffnende Titelsong bemüht wieder und wieder eine manisch-düstere Note, die prima mit dem derb angethrashten Groove und einem gewohnt furiosen Randy Blythe harmoniert. Wütender Druck, bleierne Härte und dieser leicht beklemmende Einschlag, der wieder und wieder an die Oberfläche dringt, machen Laune. Das folgende „Parasocial Christ“ hält von Kompromissen und Experimenten hingegen herzlich wenig und explodiert aus den Boxen. Angepunkte Aggression, rohe Breitseiten und eine Frontalattacke auf die Nackenwirbel nach der anderen wissen zu unterhalten. Einen Originalitätspreis gewinnen Lamb Of God damit zwar nicht, doch macht dieser schroffe Husarenritt Laune.

Klare Gitarren überraschen zum Auftakt von „El Vacío“, ebenso die Clear Vocals. Der erstaunlich emotionale Auftakt riecht nach Ballade, doch entwickelt sich daraus nach und nach ein melancholisch angehauchtes Powerhouse, das ab und an mit ausgesuchter Verzweiflung aus sich herausgeht. Auch „A Thousand Years“ bricht mit Erwartungen, orientiert sich zwar an Midtempo-Klängen, doch brennt sich die fast doomige Schwere mehr und mehr ein – Groove für Fortgeschrittene. Doch auch die obligatorischen drückenden Wellenbrecher gibt es in rauen Mengen: „The Killing Floor“ und „Devise / Destroy“ verbinden kleine melodische und finstere Experimente mit purer Intensität.

Zwei Schritte zurück ergeben einen Schritt nach vorne: Lamb Of God trauen sich etwas, ohne auch nur annähernd alles über den Haufen zu werfen. Die düsteren, melodischen und melancholischen Einflüsse sind nicht gänzlich neu, waren aber selten so prominent und stilgebend vertreten. „Into Oblivion“ braucht diese Untergangsstimmung, um dem Hier und Jetzt halbwegs Herr zu werden, hat aber ebenso und nach wie vor ihre wütend groovenden Thrash-Abrissbirnen im Gepäck, die ohne Kompromisse alles zerlegen. Zwischen spannenden Überraschungen und mächtigem Dienst am Fan pendelt sich das Quintett einmal mehr auf hohem Niveau ein und tut alles daran, nicht auch selbst in Vergessenheit zu geraten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.03.2026
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Website: www.lamb-of-god.com
Facebook: www.facebook.com/lambofgod

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Category: Magazin, Reviews

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