Final Gasp – New Day Symptoms

| 24. Februar 2026 | 0 Comments
Final Gasp

(c) Caleb Gowett

Final Gasp suchen immer noch ein wenig nach ihrem Sound. Das erklärt Sänger und Gitarrist Jake Murphy und beschreibt damit die Evolution vom Quasi-Tribute-Act für Samhain und Christian Death zu einem Powerhouse zwischen Post Punk, Death Rock, Hardcore und Metal. Mittlerweile zum Quintett geschrumpft, geht die Band aus Boston ihren morbiden, eingängigen Weg weiter und öffnet sich musikalisch etwas mehr. Das bekommt dem zweiten kompletten Album „New Day Symptoms“ sehr gut.

Dieses Mal wurde das Songwriting deutlich demokratischer gestaltet, alle durften und sollten mitwirken. Das bekommt dem gemeinsamen Sound richtig gut, siehe und höre unter anderem „Burials Of Birth“. Nicht zum letzten Mal schwingt eine gesunde Portion Killing Joke mit, die wuchtige Präsentation mit grantigen Gitarren, Murphys wütenden Vocals und gelegentlichen melodischen Einschüben macht Laune. Bekömmliche Düsternis brennt sich ein und taucht immer wieder auf. Ironischerweise muss man bei „Look Away“ etwas genauer hinsehen, um diese hinter der kantigen Wucht zu erkennen. Hinter furiosen Shouts, Chants und klagenden Vocals verbirgt sich feinsinnige Magie.

Am doppelten Boden der Tatsachen landet letztlich „Pale Sun“ und überrascht mit Minimalismus. Melancholischer Gesang und sanfte Instrumentierung deuten semi-balladeske Gefilde an, bevor die Band nach einer Minute einsetzt und ein mächtiges, zugleich angenehm schwerfälliges Bollwerk anstimmt. Diese emotionale Schwere steht Final Gasp ebenso gut zu Gesicht wie die frontale Wut eines „The Apparition“. Gerade in den metallischen Uptempo-Passagen knüppelt das Quintett ordentlich, der obligatorische doppelte Boden nachdenklich-bitterer Süße bleibt aber präsent. „No Hand To Lead“ experimentiert ebenfalls mit etwas getrageneren Klängen, wenngleich in einem wahren Soundwall serviert. Melodische Cleverness und düstere Selbstaufgabe harmonieren gar famos.

Final Gasp stellen sich tatsächlich etwas breiter auf, klingen drastischer und verspielter zugleich. Das spricht für die Weiterentwicklung der US-Band, für die voranschreitende Suche nach der eigenen Identität, aber auch für deutlich mehr Vielfalt in der kreativen Gestaltung. Neue Einflüsse machen sich breit, von rohen Frontalattacken bis hin zu beklemmender Gothic-Stimmung, und harmonieren prima mit der ohnehin bereits reichhaltigen Klangpalette. „New Day Symptoms“ geht einen mutigen, selbstbewussten Schritt in die richtige Richtung und unterstreicht das große Potenzial von Final Gasp einmal mehr.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.02.2026
Erhältlich über: Relapse Records (SPV)

Bandcamp: finalgasp.bandcamp.com
Instagram: www.instagram.com/final_gasp

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Category: Magazin, Reviews

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