Downswing – And Everything Was Dark

| 19. Oktober 2025 | 0 Comments
Downswing

(c) Chris Arnold

Melodische Heavyness funktioniert immer, finden Downswing, und wenden sich ihrem nächsten Höhenflug zu. Das Quartett aus Albany im US-Bundesstaat New York versteht sich auf Melodie und Metalcore, aber auch auf brütende Härte und Intensität. Mit MNRK im Rücken soll nun die sprichwörtliche nächste Stufe erreicht werden. „And Everything Was Dark“ rückt, wie es Frontmann Harrison Seanor nennt, vom Chaos und Riff-Fokus der bisherigen Releases ab und setzt stattdessen vermehrt auf Fluss, auf Dynamik und auf stimmiges Songwriting.

Das eröffnende Duo unterstreicht diesen Eindruck sofort. Erst tankt sich „No God To Me“ durch einen wütenden, fast vertrackten Aufgalopp, schnell von wechselndem Klargesang und infernalen Screams zerlegt, bevor aus dem nichts der obligatorische große, hymnische Refrain aufpoppt. Gemeinsam mit elektronischen Spielereien erinnert das gleichermaßen an Wage War und Bring Me The Horizon, wahrlich nicht die schlechtesten Referenzen. Im Anschluss rattert „Emptiness Remains“ mit absoluter Urgewalt durch und eröffnet mit einem kolossalen Breakdown. Die erste Metamorphose lässt nicht lange warten, die Hook trägt sogar Modern-Rock-Qualitäten in sich und macht die folgende Härte nur noch extremer.

Mit Heavyness, wütendem Bollwerk und feiner Klinge tanken sich Downswing durch dieses Album. Wie in „Serpent“, dessen zerstörerisches und futuristisches Auftreten stellenweise sogar Seeker nahekommt und auf die hymnische Auflösung verzichtet. Gemeinsam mit Travis Moseley von Colourblind wurde der Abräumer „For What It’s Worth“ in ein melodisches Powerhouse verwandelt, das sämtliche Metalcore-Qualitäten auf das Wesentliche kondensiert. Moseley ist nicht der einzige Gast auf diesem Album: Chris Roetter von Like Moths To Flames veredelt das ohnehin mächtige „Too Little Too Late“, während Cane Hill-Frontmann Elijah Witt in „Letting Go“ abräumt. Im kathartischen „Eternal“ setzt es stellenweise sogar Prog-Death- und Djent-Ausritte, aber ebenso ein Überangebot packender Melodien – leicht chaotisch, etwas überladen und doch so verdammt stark.

Die Metalcore-Revolution ist es nicht geworden, braucht aber auch niemand. Stattdessen räumen Downswing schlicht und ergreifend ab, ein Song nach dem anderen. Und das mit sämtlichen Genre-Trademarks, begleitet von frischem Wind. Das Spiel mit Heavyness geht vollends auf, zwischen Breakdown und elektronisch befeuerter Wucht, während die Hooks, die Melodien und die begleitenden Gäste für die nötige Abwechslung sorgen. Tatsächlich macht sich der Fokus auf den Song an sicht bezahlt, denn „And Everything Was Dark“ fällt wesentlich ausgewogener aus, geht sofort ins Ohr und beißt sich dort fest. Das hier ist ein absolutes Core-Festmahl einer spannenden Band, die sich hörbar auf dem Sprung nach ganz vorne befindet.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.10.2025
Erhältlich über: MNRK Records (SPV)

Facebook: www.facebook.com/downswingstyle

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Category: Magazin, Reviews

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