False Gods – Lost In Darkness And Distance

| 22. Juli 2025 | 0 Comments
False Gods

(c) Dante Torrieri

Schmerz und Frustrationen sind seit jeher Eckpfeiler von False Gods. Vor exakt einem Jahrzehnt in Long Island gegründet, rumorte es in den drei Jahren seit dem Release von „Neurotopia“ gewaltig. Das Line-up wurde kräftig umgebaut, zudem sorgten persönliche Tragödien, darunter der unbewältige Tod eines engen Familienmitglieds, für Aufruhr. „Lost In Darkness And Distance“ ringt um Fassung und bezieht Kraft aus einer für alle Beteiligten schwierigen, von katastrophalen Rückschlägen geprägten Zeit.

Besagter Todesfall wird im ellenlangen „Death Is Listening“ als Meditation über die eigene Sterblichkeit aufgegriffen. False Gods gehen von der ersten Sekunde an in die Vollen, von wütenden, schmerzerfüllten Schreien und einer alles durchdringenden Sludge-Doom-Wand angetrieben. Die innere und äußere Unruhe des Protagonisten wird in jedem Moment dieses wechselhaften Bastards greifbar gemacht, während sich der Track wieder und wieder häutet. Bleiernes, brachiales Dickicht, stoische Schwere und giftige Noise-Spitzen durchziehen das Arrangement, bevor eine Art verschlepptes Fade über mehrere Minuten sämtliche Sinne zu betäuben versucht.

Darf es noch trostloser sein? „Enemy That Never Was“ greift den Verlust in einem weiteren Epos auf, spielt mit intensivstem Gesang und plötzlichen Doomcore-Ausritten, aus denen immer wieder rasende Wut entspringt. „Suffering In A Strange Land“ fühlt sich hingegen komplett alleine, selbst inmitten eines Raums voller Menschen, und spuckt beklemmende Riffs am laufenden Band aus. Die kennt auch das eröffnende „Voice Of Treason“, bloß so schnell und noisig wie möglich abgespielt, dezente Industrial-Note inklusive. Hingegen deutet „Imposter“ zumindest Eingängigkeit ein, liefert eine Quasi-Gesangsmelodie allererster Güteklasse ab und kapituliert dennoch vor der eigenen, unvermeidbaren Katastrophe.

„Lost In Darkness And Distance“ ringt gerne mal vergeblich um Fassung und wirkt gerade deswegen so erhaben, so mächtig. False Gods haben ihre Identität längst gefunden, das sollte klar sein, fügen dieser jedoch zahlreiche weitere spannende Noten und Untertöne hinzu. Doom und Sludge und Noise werden deutlich weiter ausgelegt – mal brutalst, giftig und verzweifelt, dann fast melodisch und hymnisch, während stets diese kleine, aber feine Industrial-Note um das Geschehen kreist. In der erstickenden Hoffnung der Selbstaufgabe wächst eine Band über sich hinaus.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.07.2025
Erhältlich über: BRC-30 Productions

Facebook: www.facebook.com/falsegods1

Teile diesen Artikel

Tags: , , , , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES