Bonded – Rest In Violence

| 15. Januar 2020 | 0 Comments
Bonded

(c) Sebastian Konopka

Von Sodom per WhatsApp-Nachricht „gegangen“, beschlossen Gitarrist Bernd „Bernemann“ Kost und Schlagzeuger Markus „Makka“ Freiwald, zwei echte Ruhrpott-Thrash-Veteranen, die Gründung einer neuen Band. Gemeinsam mit Chris Tsitsis (ehem. Suicidal Angels), Marc Hausschild und Ingo Bajonczak von Assassin wurde Bonded ins Leben gerufen. Dem Thrash-Sound blieb man selbstverständlich treu, nun jedoch um etwas modernern, verhalten groovende Elemente erweitert. „Rest In Violence“ erweist sich als bärenstarkes Debüt.

Kreator, Destruction und natürlich Sodom, aber auch eine dicke Portion Lamb Of God geben sich in diesen knapp 44 Minuten ein Stelldischein. Das sorgt für die eine oder andere Überraschung, darunter das packene „Je Suis Charlie“. Das wuchtige, an Pantera erinnernde Auftreten, der angenehm toxische Refrain und die pointierte Botschaft geben sich die Klinke in die Hand. Neben derlei Midtempo-Monstrositäten können Bonded aber auch das Gaspedal durchtreten. Ihr „Galaxy M87“ legt rasant und fies los, nimmt sich aber zwischendurch immer wieder Zeit für melodische Verschnaufpausen und rasiermesserscharfe Soli.

Der Titelsong erweist sich als besonders gelungen. In „Rest In Violence“ geben sich Overkill-Frontmann Bobby Blitz und Ex-Kreator-Bassist Christian „Speesy“ Giesler die Ehre. Konstant pendelt der Track zwischen Bay Area, alter Ruhrpott-Schule und etwas moderneren Elementen, zumeist in halsbrecherischem Tempo. In „The Rattle & The Snake“ taucht am Höhepunkt urplötzlich eine Mundharmonika auf, bevor es in das melodische Gitarrensolo geht – kurios, aber verdammt stark. Das wütend aufstampfende „Suit Murderer“ und das gemächliche „The Outer Rim“ mit Klargesang wollen ebenfalls nicht unter den Tisch fallen.

Bonded halten nichts von Befindlichkeiten, von alter Schule oder geographischen Limitierungen. Stattdessen peitscht ihr „Rest In Violence“ mit furioser Energie und packender Musikalität voran. Die Hinzunahme druckvoller Groove-Passagen kommt gut und hebt das Quintett vom Rest ab. Wuchtiges Riffing, clevere Melodien und mitreißende Lyrics geben sich auf diesem Einstand die Klinke in die Hand. Das neue Jahr hat seine erste große Thrash-Platte gefunden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.01.2020
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Website: www.bondedofficial.com
Facebook: www.facebook.com/bondedofficial

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Category: Magazin, Reviews

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