Red Death – Sickness Divine

| 29. November 2019 | 0 Comments
Red Death

(c) Angela Owens

Die schiere Power, mit der Red Death förmlich aus den Startlöchern explodieren, macht die Band aus Washington D.C. zum populären Live-Happening. Was bislang jedoch fehlt, ist ein stabiles Line-up, denn rund um den harten Kern herrschte zuletzt ein stetes Kommen und Gehen. Mit der aktuellen Aufstellung als Quartett ist die Thrashcore-Band allerdings überaus stark unterwegs. Nunmehr bei Century Media unter Vertrag, packen die US-Amerikaner auf ihrem dritten Album „Sickness Divine“ den gewohnten, Crossover-lastigen Mix aus Bay-Area-Thrash und räudigem Hardcore aus.

Für falsche Bescheidenheit bleibt kein Platz, denn Red Death legen schnell den Schalter um und packen reihenweise Dampfhammer aus. Dazu zählt „(Refused To Be) Bound By Chains“, ein unnachgiebiger Sprinter mit herrlich atemlosen Vocals (natürlich wird stellenweise stilecht gebellt), fiesen Uptempo-Attacken und ein wenig Groove zum Abschluss – sehr vertraut, sehr gut. „Ravage“ betont hingegen die thrashige Seite der Band etwas stärker. Die US-Amerikaner werfen den Nackenrotor an und schrauben das Tempo in atemberaubende Höhen. Furiose Energie und königliche Spielfreude geben sich die Klinke in die Hand.

Die Core-Festspiele gehen unterdessen weiter und entladen sich in „Sword Without A Sheath“, einem der besten Tracks dieses dritten Studioalbums. Gerade der ellenlange Midtempo-Part mit toxischem Groove und abgefahrenem Gitarrensolo brennt sich mindestens so ein wie das mit Nietenketten behaftete, dezent verstörende Melodien ansteuernde „Face The Pain“. Selbst ausladende, für Genre-Verhältnisse epische Ideen gehen auf, denn das abschließende „Exhalation Of Decay“ punktet mit angenehmer Heavyness und stets greifbarem Wahnsinn.

Fans von Dr. Living Dead!, Suicidal Tendencies, D.R.I. und Corrosion Of Conformity sollten an dieser Platte ihre Freude haben. Was Red Death auf „Sickness Divine“ abziehen, klingt mit Sicherheit alles andere als revolutionär. Und doch ist ihr auf der Papierform altbacken wirkender Crossover-Thrash zu jeder Zeit frisch und energiegeladen. Blut, Schweiß und Tränen tragen gute Songs in unerwartete Sphären mit wiederholten Explosionen und wütenden Riffsalven, die sofort hängen bleiben. Nach diesem Powerhouse darf man auf das Live-Erlebnis doppelt gespannt sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.11.2019
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/REDDEATHDC

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Category: Magazin, Reviews

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