Sâver – They Came With Sunlight

| 8. März 2019 | 0 Comments
Sâver

(c) Adrian Vindedal

Jetzt sind sie endgültig abgetaucht: 2017 lösten sich Tombstones nach dem schrittweisen Wandel von einer Stoner-Band zum Düster-Doom-Act auf. Drei Viertel machen nun als Sâver weiter und greifen auf, wo die alte Band mit „Vargariis“ aufgehört hatte – bloß mit mehr Sludge und einem Hauch Elektronik. Entsprechend vertraut und doch irgendwie anders klingt „They Came With Sunlight“, das Debüt der Norweger unter neuem Namen.

Elektronik ist hier natürlich mit Vorsicht zu genießen, denn auf wüste Beat-Konzepte will das Trio nun wirklich nicht setzen. Stattdessen wabern, wie bei den Labelmates LLNN, Synthesizer im Hintergrund mit und intensiveren die Atmosphäre gezielt. Das gelingt beispielsweise im elfminütigen Opener „Distant Path“ hervorragend. Entsprechende Elemente werden, wie auch auf dem Rest der Platte, sparsam eingesetzt und verleihen wuchtigen Momenten Nachdruck. Dicke Gitarrenwände, monolithische Drums und verzweifelte Schmerzensschreie dominieren das Geschehen, von instrumentalem Kargland zwischendurch untergebrochen. So in etwa muss ein Felssturz in Zeitlupe klingen.

Erinnerungen an Breach und Cult Of Luna werden im Laufe der Platte immer wieder wach, wenn es beispielsweise in „Dissolve To Ashes“ tatsächlich mal etwas lauter wabert, nur um im nächsten Moment von schierer Sludge-Wucht erfasst und gegen die Wand gedrückt zu werden. Oder aber man zieht „I, Vanish“ heran, dessen Riffs zunächst entfernt an die Vergangenheit Sâvers erinnern, bevor das Tempo sukzessive herausgenommen wird. Bald ist der Song nur noch schemenhaft erkennbar, puristische Verfremdung legt die Essenz der selbstzerstörerischen Vocals frei, bevor die nächste Druckwelle folgt.

Von Tombstones sind Sâver zumeist weit entfernt, auch wenn sich in den doomigen Untertönen mit schmarzmetallischer Note noch gewisse Reste erkennen lassen. Die Norweger denken den Sound ihrer alten Band konsequent weiter und lassen diesen zugleich weitestgehend zurück. „They Came With Sunlight“ gibt sich somit gleichermaßen als Anfang und Ende einer langen Reise, zerstört und gibt doch Hoffnung. Für das Sâver’sche Debüt muss man aufgelegt sein, so brachial und verstörend wirkt es. Und doch lohnt sich der Marsch durch seelische Abgründe und schroffe Monolithen immer wieder aufs Neue.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 08.03.2019
Erhältlich über: Pelagic Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/saveroslo

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Category: Magazin, Reviews

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